Barockbauhandwerker in Bregenzerwälder Zunftbüchern

Die großen Bregenzerwälder Barockbaumeister Michael Beer, Kaspar Moosbrugger, Franz Beer von Bleichten und Peter Thumb sind bekannt, und ihre Kirchen und Klöster prägen die Bodenseeregion bis heute. Weniger bekannt ist jedoch, wie sie im zünftisch organisierten Bauhandwerk ihrer Heimat verankert waren. Mathias Moosbrugger, Assistenzprofessor für Kirchengeschichte und Historische Theologie an der Universität Innsbruck, macht dafür erstmals die drei ältesten bekannten Zunftbücher des Bregenzerwaldes – aus Au, Bizau und Schnepfau – in einer kritischen Edition zugänglich. Diese verzeichnen ab der Mitte des 17. Jahrhunderts die Lehrlinge im Bauhandwerk.

„Um die Bregenzerwälder Barockbaumeister zu verstehen, muss man die Bregenzerwälder Barockbauhandwerker verstehen”, schreibt Moosbrugger im Vorwort. Anstatt nur die berühmten Meistergestalten in den Blick zu nehmen, rückt er die personell und organisatorisch breit aufgestellte Handwerkstradition der Region ins Zentrum. Die Edition versteht sich als Anfang und Grundlage für weitere Forschung, beispielsweise zur Frage, warum ausgerechnet im abgelegenen Bregenzerwald, in dem sich bis in die 1610er Jahre eine bemerkenswert große Gruppe von Täufern halten konnte, ab der Mitte des 17. Jahrhunderts Kompetenzzentren des Bauhandwerks entstanden, die wesentlich zum katholischen Klosterbarock rund um den Bodensee beitrugen.

Barockbauhandwerker in Bregenzerwälder Zunftbüchern.
Einleitung – Edition – Erschließung
Mathias Moosbrugger
Vorarlberg Museum Schriften 90
320 Seiten, Universitätsverlag Wagner
ISBN 978-3-7030-6675-7