Barbi Markovic erhält den Helena-Adler-Literaturpreis 2026

Der dieses Jahr zum zweiten Mal vergebene Helena-Adler-Preis für rebellische Literatur geht 2026 an die serbisch-österreichische Schriftstellerin Barbi Markovic. Sie erhält den mit 7'777 Euro dotierten Preis für ihr Buch "Stehlen, Schimpfen, Spielen“, wie das Literaturhaus Salzburg bekannt gegeben hat. Die Preisverleihung findet am 15. März im Literaturhaus Salzburg statt, die Laudatio hält die Kulturjournalistin Mia Eidlhuber.

Markovic habe mit ihrem Schreiben schon immer Grenzen ausgelotet und sprenge auch dieses Mal sämtliche Vorstellungen eines Genres, unterwerfe sich als Autorin einem abenteuerlichen Countdown gegen die Zeit, entscheide sich im Zweifel für das Scheitern und schwanke gekonnt in ihrer „Notfallpoetik“ zwischen Größenwahn und Schutzpessimismus. "Stehlen, Schimpfen, Spielen“ sei ein höchst unterhaltsamer Regelbruch, ein für alle ermunternder Grenzgang, eine geglückte Stilübung in literarischer Wahrhaftigkeit, so die dreiköpfige Jury. 

Die Autorin wurde 1980 in Belgrad geboren, studierte Germanistik und lebt seit 2006 in Wien. 2009 erschien ihr Thomas-Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“, 2016 der Roman „Superheldinnen“, für den sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Für „Minihorror“, eine Sammlung surreal-humorvoller Kurzgeschichten, erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Ebenfalls 2024 blickte sie in ihrem „Piksi-Buch“ anhand von Fußballspielen auf das Belgrad der 1990er Jahre zurück, mischte dabei Fußball-, Familien- und Landesgeschichte. Der schmale Band wurde in Deutschland zum Fußballbuch des Jahres 2025 gekürt.    

Der erstmals im Vorjahr an Elke Laznia (für Fischrätentage) vergebene Helena-Adler-Preis dient der "Förderung österreichischer Gegenwartsliteratur für ein besonderes belletristisches Werk, das sich sprachlich, formal wie inhaltlich auflehnt, trotzt und widersetzt“, so das Literaturhaus Salzburg.