Bachmannpreis 2026 für Lena Schätte

Zwei große Jubiläen: 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann und die 50. Tage der Deutschsprachigen Literatur. Der Ingeborg-Bachmann-Preis geht an die deutsche Autorin Lena Schätte – doch nicht nur der Hauptpreis, sondern auch der Publikumspreis, für einen Text, dessen „Sprache in ihrer Schönheit und Schlichtheit unübertrefflich“ ist, so Juror Thomas Strässle, der die Autorin eingeladen hat.

Einen der besten Anfangssätze fand sich auch darin, meint Jurorin Laura de Weck: „Wir finden zueinander, weil wir die dicksten Mädchen der Schule sind“, und findet, damit sei schon alles gesagt über Körperlichkeit, über Freundschaft. Aber nicht nur um Freundschaft zweier Mädchen geht es, sagt Thomas Strässle in seiner Laudatio, sondern auch um die Mutter: „Die Tochter wird von der Mutter geschlagen und bekommt Geld für jedes abgenommene Kilo, denn das Gewicht sei auch das Thema der Mutter gewesen. Es geht um die Thematik der Ausgrenzung und Selbstbehauptung“. Der Hauptpreis wurde in diesem Jahr auf 30.000 Euro aufgestockt. Auch der BKS Bank Publikumspreis, dotiert mit 7.000 Euro, ging an Lena Schätte für „Was wir tragen“, verbunden mit der Einladung als Festivalschreiberin des Carinthischen Sommers und zusätzlich 3.000 Euro.

Den KELAG-Preis und 15.000 Euro erhielt die Ungarin Kinga Toth für „OstblockMädl“, eingeladen von Brigitte Schwens-Harrant, die anerkennt, wer Kinga Toth einmal gelesen habe, werde sie nicht mehr vergessen. „Sie gibt Frauen Sprache und Gesicht zurück.“ Der 3sat-Preis, 7.500 Euro, erging an die österreichische Autorin Magdalena Schrefel mit dem Text „Kirschen, Herz mit Verband“, auf Einladung von Laura de Weck. Und über den Deutschlandfunk-Preis und 12.500 Euro freute sich Ozan Zakariya Keskinkilic für seinen Text „Vater ohne Sohn“, eingeladen von Mara Delius.

Juryvorsitzender zum letzten Mal war Klaus Kastberger und am überzeugendsten in der Diskussion und Beurteilung Philipp Tingler.