Die japanische Ausnahmekünstlerin Yayoi Kusama ist tot. Wie ihr Museum in Tokio bekannt gab, verstarb die weltberühmte Avantgardistin bereits am 14. August 2026 im Kreis enger Angehöriger. Kusama, 1929 in Matsumoto geboren, erlangte in den 1960er-Jahren in New York mit ihren provokanten Happenings und netzartigen Gemälden erste internationale Berühmtheit.
Ihr unverkennbares Markenzeichen wurden die bunten "Polka Dots“, mit denen sie ganze Räume, Skulpturen und Körper überzog, um das Konzept der visuellen Selbstauflösung (Self-Obliteration) spürbar zu machen. "Unsere Erde ist nur ein winziger Punkt inmitten von Millionen Sternen im Kosmos“, sagte Kusama einmal.
Trotz schwerer psychischer Erkrankungen, wegen derer sie seit 1977 freiwillig in einer Tokioter Klinik lebte, avancierte sie im hohen Alter zum globalen Popstar der Kunstszene und zur kommerziell erfolgreichsten Künstlerin der Gegenwart. Sie malte buchstäblich bis zu ihrem letzten Atemzug. Ihre Punkte bleiben – als ewiges Versprechen, dass Kunst die Seele retten kann. Mit Kusama geht eine Pionierin, die die Grenzen von Pop-Art, Minimalismus und Performance-Kunst für immer verschoben hat.