16. Februar 2017 - 4:09 / Aktuell 

Der 1953 in Ravensburg geborene Künstler Robert Schad gehört zu den renommiertesten Stahlbildhauern seiner Generation. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe (1974-1980). Bereits während des Studiums entdeckte er das Material Stahl für sich und fertigte im Rahmen eines Wilhelm Lehmbruck-Stipendiums erste Großplastiken für den Außenraum. Robert Schad lebt und arbeitet in Portugal und Frankreich. In Frankreich hat er 2004 nicht nur seinen eigenen Skulpturenpark eröffnet (Larians) sondern 2016 auch einen mit 50 Werken ausgestatteten über 300 Kilometer langen tremporären Skulpturen-Parcours in der Bretagne realisiert.

Ausgehend von der Zeichnung, mit der er zunächst seismografisch auf emotionale und geistige Impulse sowie atmosphärische Kontexte reagiert, entstehen durch Verschweißen von massiven Vierkantstahlstreben komplexe Linien-Skulpturen. Auf diese Weise von Künstlerhand geformt, wird der anonyme industrielle Werkstoff in expressive Skulpturen für den Innen- und Außenraum transformiert. Diese lassen die Schwerkraft des Materials Stahl vergessen und fordern den Betrachter heraus, den teils gestischen, teils konstruktiven Linien-Bewegungen im Raum zu folgen.

Für das Kunstmuseum Ravensburg wird Robert Schad eine ortsspezifische Rauminstallation mit eigens für die Ausstellung konzipierten Arbeiten entwickeln. Der Künstler erweitert mit seinen "Stahlzeichnungen" die in der Sammlung angelegte Linie einer expressiv-gestischen Tradition im wahrsten Sinne des Wortes bis in die Gegenwart. Schad nimmt den roten Faden einer gestischen Linienzeichnung Anfang der 1970er Jahre auf. Zu Beginn seines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe entscheidet er sich für die Linie als primäres Ausdrucksmittel: "Die Linie", so Robert Schad, "verkörperte für mich von da an eine innere Achse, auf ihr baute ich meine Existenz. Meine Linie ist deshalb keine anonyme gedachte Linie, sondern ein Abbild meiner eigenen körperlichen Befindlichkeit."

Die Art und Weise wie Schad das industrielle Material Stahl mit eigenen psychischen und physischen Energien auflädt, kennzeichnen ihn vielmehr als einen postavantgardistischen Künstler. Wie die wilde Malerei der 1980er Jahre ist seine Kunst eine, die aus dem Intimen kommt. Seine stählernen Raumzeichnungen sind letztlich abstrakte "Selbstbilder" eines authentisch körperbezogenen Denkens und Fühlens.


Robert Schad. Durch Zeit und Raum
25. Februar bis 11. Juni 2017
Vernissage: 24. Februar, 19 Uhr

Kunstmuseum Ravensburg
Burgstrasse 9
D - 88212 Ravensburg

T: 0049 (0)751 82-810
E: kunstmuseum@ravensburg.de
W: http://www.kunstmuseum-ravensburg.de/

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