Ausgewählte Kunst aus Kärnten nach 1945

Die Kärntner Kulturstiftung zeigt in der Künstlerhaus Factory in Wien eine Ausstellung mit neun zeitgenössischen Künstler:innen aus Kärnten.

Zu sehen sind Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen von Maria Lassnig, Kiki Kogelnik, Meina Schellander, Hans Staudacher, Bruno Gironcoli, Hans Bischoffshausen, Peter Krawagna, Valentin Oman und Wolfgang Hollegha.

Kärntner Künstler:innen ist es immer wieder gelungen, an die Spitze der Kunstentwicklung vorzustoßen. Während es in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts vor allem die Maler aus Nötsch waren, traten in der zweiten Hälfte zahlreiche Kärntner Künstler:innen hervor, die sich international etablieren konnten.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Aktivitäten Einzelner entscheidend, um den Neubeginn der Kunst in Österreich einzuleiten und an die globalen Standards anzuschließen. Zu ihnen zählen Maria Lassnig, die nach einer Reise nach Paris mit Arnulf Rainer im Jahr 1951 im Klagenfurter Künstlerhaus die erste Ausstellung informeller Kunst in Österreich organisierte, Hans Staudacher, der nach zahlreichen Aufenthalten in Paris zum Botschafter des lyrischen Informel wurde, sowie Hans Bischoffshausen, der von 1959 bis 1971 in Paris lebte und als Mitglied der Gruppe ZERO-Avantgarde ebenfalls international aufschließen konnte.

Auch Wolfgang Hollegha, der wie Maria Lassnig und Kiki Kogelnik dem Kreis der Wiener Galerie St. Stephan zuzurechnen ist, die ab 1954 die fortschrittlichsten Abstrakten versammelte, wurde bereits 1958 mit den abstrakten Expressionisten in New York vorgestellt. Nachdem es in den 1950er-Jahren langsam zu einer Konsolidierung und einer allgemeinen Öffnung gekommen war, gingen viele Künstler:innen ins Ausland: Lassnig etwa 1961 nach Paris und 1967 nach New York, wo Kogelnik seit 1961 lebte und sich als einzige österreichische Pop-Art-Künstlerin behauptete. Bei beiden führte der Weggang zum weltweiten Erfolg.

Viele Künstler:innen der zweiten Nachkriegsgeneration studierten bereits im Ausland, so zum Beispiel Peter Krawagna in Paris. Auch Valentin Oman ist von der französischen Malerei stark beeinflusst. Bruno Gironcoli orientierte sich ebenfalls zu Beginn der 1960er-Jahre in Paris und entwickelte in der Folge ein einzigartiges bildhauerisches Œuvre, mit dem er international reüssierte. Meina Schellander nimmt mit ihrer unvergleichbaren bildhauerischen Arbeit eine unumstrittene Position ein, die auf einen übernationalen Durchbruch hoffen lässt.

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Ausgewählte Kunst aus Kärnten nach 1945
Bis zum 27.09.2026