Die Jubiläumsausstellung zeigt die Gugginger Kunst in ihrer ganzen Bandbreite und macht ihre Bedeutung für die nationale und internationale Museumslandschaft sichtbar. Die Jubiläumsausstellung präsentiert die Gugginger Kunst in ihrer ganzen Bandbreite und verdeutlicht ihre Bedeutung für die nationale und internationale Museumslandschaft.
Im Fokus stehen 20 Gugginger Künstler:innen, deren Werke einen Einblick in die Kunst aus Gugging von den späten 1960er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglichen. Zu den bekannten Namen zählen Oswald Tschirtner und Heinrich Reisenbauer, zu den weniger bekannten, aber nicht weniger spannenden zählen Josef Bachler und Franz Artenjak. Besonders prominent vertreten sind August Walla und Johann Hauser, zwei zentrale Figuren der Gugginger Kunst. August Walla hätte 2026 seinen 90. Geburtstag gefeiert und Johann Hauser seinen 100. Geburtstag. Darüber hinaus werden das 40-jährige Bestehen des „Hauses der Künstler“, das seit seiner Gründung Wohn- und Arbeitsraum für Künstler:innen ist, sowie das 25-jährige Jubiläum des Atelier Gugging thematisiert.
Die Gugginger Künstler:innen und ihre Werke gelten heute als Fixsterne der zeitgenössischen österreichischen Kunst mit internationaler Strahlkraft. Seit der Nachkriegszeit entstehen in Gugging Kunstwerke von radikaler Eigenständigkeit, die der französische Künstler und Begründer der Art Brut, Jean Dubuffet, dieser Kunstform zuordnete. Dubuffets Verständnis von Art Brut – einer Kunst, die autonom, spontan, frei und jenseits akademischer Konventionen entsteht – bildet bis heute eine wichtige Referenz für die Rezeption der Kunst aus Gugging. Das Jubiläum wird auch bewusst zum Anlass genommen, das Museum Gugging als treibende Kraft für Transparenz und Offenheit am Standort weiter zu etablieren. Ziel ist es, die Kunst aus Gugging gleichwertig mit jeder anderen Kunst zu präsentieren – ohne Pathologisierung und ohne Reduktion auf Biografien. Dabei wird der inklusiven Museumsarbeit ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Ein dynamisches Element der Jubiläumsausstellung ist der „Guggkasten“, ein eigener Ausstellungsraum im Museum Gugging. Er ist jeweils einzelnen Künstler:innen oder Schwerpunkten gewidmet und erweitert das Programm um Perspektiven: Den Auftakt bildet die Ausstellung „Stickstoff“ von Tex Rubinowitz. Er begreift das maschinelle Nähen darin als kreativen Prozess. In dieser Werkreihe verwendet er ausgemusterte Textilien, die er mit Sätzen und Worten bestickt und dabei durch den Zufall, der ihm die Richtung vorgibt, ein Gefühl des Kontrollverlustes bei höchster Produktivität erreicht. Danach folgt das Atelier Gugging mit der Ausstellung „Das Atelier-Ich“, die sich mit dem künstlerischen Arbeitsraum selbst auseinandersetzt. Im Herbst ist ein Guggkasten dem Künstler Ingolf Ebeling gewidmet, bevor Michaela Polacek – kuratiert von Nina Ansperger und Florian Reese – mit „michalea polacek! das kratzienbouquet“ den Abschluss bildet.
Jubiläumsausstellung „museum gugging.! 20 Jahre kUNSt“
bis 17. Januar 2027