„Negotiating Humanity“ lautet das Motto der Ars Electronica 2026, die vom 9. bis zum 13. September in Linz stattfindet. Bespielt werden drei zentrale Hubs in der Linzer Innenstadt sowie eine Reihe weiterer Veranstaltungsorte.
Schon immer haben ökologische, technologische und politische Umbrüche unser Welt- und Menschenbild herausgefordert. Kein Wunder also, dass die sich verschärfende Klimakrise, das Auftauchen von Chatbots, KI-Agenten und humanoiden Robotern sowie die aktuellen geopolitischen Schockwellen die nächste anthropologische Krise auslösen. Die Frage, was es bedeutet, Mensch zu sein, bzw. wie und von wem dieses Menschsein zu verhandeln ist, scheint dringlicher denn je.
Nach Jahren in der Postcity und drei Gastspielen an der Johannes-Kepler-Universität Linz macht das weltweit größte Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft diesmal die Linzer Innenstadt zum Schauplatz des Geschehens. Mit „Ok, Quarter, Danube Triangle” und „Med Campus” werden drei große Festival-Hubs im Stadtzentrum bespielt.
Erstmals besteht die Themenausstellung des Festivals aus gleich drei hochkarätigen Ausstellungen. Im Lentos Kunstmuseum thematisieren preisgekrönte Projekte des Prix Ars Electronica sowie des „S+T+ARTS Prize '26” der Europäischen Kommission den techno-kapitalistischen Fortschritt, aktuelle geopolitische Krisen, den Klimawandel sowie unsere Wahrnehmung der Welt. Im „Ok quarter” fragt der neue „festival walk” danach, wie der Anspruch auf Wahrheit durchgesetzt und Wirklichkeit konstruiert wird, und lädt zur Erkundung von acht ungewöhnlichen Orten ein. Auf dem historischen Dachboden des Ursulinenhofs widmet sich eine weitere Ausstellung den vielen „mehr-als-menschlichen“ Lebensformen, ökologischen Systemen und materiellen Prozessen, die unsere Welt maßgeblich mitprägen.
Im Ars Electronica Center werden zwei neue Ausstellungen gezeigt und wie gewohnt ein umfassendes Programm im Deep Space 8K angeboten. Die vom Ars Electronica Futurelab und der Toyota Motor Corporation Advanced R&D and Engineering Company entwickelte Ausstellung „Hello Worlds!” erforscht die Auswirkungen intelligenter Systeme auf uns Menschen, ihre Auswirkungen auf unsere Kommunikation, unsere Wahrnehmung und unser Denken über die Welt und uns selbst. Ein neuer Showcase von Ars Electronica Solutions zeigt, wie dessen Team mit aktuellen Themen unserer Zeit und den sich daraus ergebenden Fragestellungen arbeitet. Anhand konkreter Projekte wird veranschaulicht, wie aus Ideen zunächst Konzepte und schließlich Installationen entstehen, die immersive Erlebnisse ermöglichen. Der Deep Space 8K wartet in diesem Jahr mit zahlreichen Performances, Konzerten, Demonstrationen und Präsentationen zum Schwerpunkt „Living Archives” auf.
Rund um den Hauptplatz und am „Med Campus” lädt die Ars Electronica 45 Universitäten aus aller Welt ein, den diesjährigen Festival-Campus zu gestalten. Präsentiert werden Projekte von Studierenden, die die Ausrichtung der jeweiligen Hochschulen widerspiegeln und vielfach das Festivalthema aufgreifen.
Im Festival-Hub „Med Campus” präsentiert das Linz Institute of Technology (LIT) der Johannes-Kepler-Universität (JKU) seine Ausstellung, die ganz im Zeichen der Symbiose von Kunst und Wissenschaft steht. Ebenfalls am „JKU Med Campus” lädt „Create Your World” zum generationenübergreifenden Experimentieren, Spielen und Erleben ein.
Auf dem Linzer Hauptplatz wird mit „Flood the Zone with Courage” eine offene Infrastruktur des demokratischen Verhandelns in Szene gesetzt. In Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Linz, Attac Österreich und dem Zirkus des Wissens der JKU wird ein temporärer Ort geschaffen, an dem Konfliktfähigkeit nicht nur gefordert und gepriesen, sondern auch konkret erprobt wird. Es wird ein dichtes Programm aus performativen Aktionen, offenen Workshops, Begegnungszonen und partizipativen Interventionen angeboten.
Zu den wichtigsten Veranstaltungen der Ars Electronica 2026 zählen der Pre-Opening-Walk am Dienstag, dem 8. September 2026, mit anschließender Geburtstagsparty zum 30-jährigen Bestehen des Ars Electronica Centers, das große Festival Opening vor und im Mariendom am Mittwoch, dem 9. September 2026, die Große Konzertnacht und die Nightline im Posthof am Freitag, dem 11. September 2026, sowie die Futurelab Night im Ars Electronica Center am Samstag, dem 12. September 2026.
↗ Programm
Negotiating
Humanity
Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft
9. bis 13. September