Ars Electronica Center – Medienkunst von Studierenden

Bereits zum 14. Mal präsentiert „Time out” aktuelle Projekte des Studiengangs Zeitbasierte und Interaktive Medienkunst der Kunstuniversität Linz im Ars Electronica Center.

Im Fokus stehen dabei Fragestellungen wie: Was bewegt junge Medienkünstler:innen heute? Welche Themen sind ihnen wichtig und welche Ausdrucksformen wählen sie, um mit dem Publikum zu kommunizieren?

Seit 2013 bietet das Ausstellungsformat „Time out” jungen Medienkünstler:innen die Möglichkeit, ihre Arbeiten im Ars Electronica Center einem breiten Publikum zu präsentieren. Auch die 14. Ausgabe zeigt die große Vielfalt des Studiengangs: 14 Arbeiten von Künstler:innen aus acht Ländern reichen von Klangkunst über experimentelle Videoformate und interaktive Installationen bis hin zu Performances.

Den Verantwortlichen ist es wichtig zu betonen, dass die Studierenden ihre Projekte komplett eigenständig entwickeln – von der Themenwahl bis zur Wahl der Medien und Technologien. So entstehen Arbeiten, die gesellschaftlich relevante Fragestellungen ebenso aufgreifen wie experimentelle und spielerische Zugänge zur Medienkunst. Die Ausstellung bietet Besucher:innen Einblicke in aktuelle Positionen junger Medienkunst und schafft Raum für Austausch und Begegnung. Kuratiert wird die Ausstellung von Ars Electronica und Studiengangsleiter Joachim Smetschka.

Die Projekte im Überblick

City Soundscape / Anja Stiftinger (AT)

City Soundscape übersetzt Orte in Linz in eine geometrische Klangskulptur aus hexagonalen Flächen. Jede Fläche basiert auf den architektonischen und materiellen Eigenschaften des jeweiligen Ortes und wird durch Berührung über kapazitive Sensoren aktiviert. Diese arbeiten auf Basis der Veränderung der elektrischen Kapazität eines Kondensators. Dadurch verändern sich Klang und Lautstärke dynamisch.

„Comments” von Jingwen Luo (CN)

Die Installation macht die psychologischen Auswirkungen von Cybermobbing sichtbar, indem Social-Media-Kommentare als Karten mit QR-Codes materialisiert werden. Beim Scannen werden Audioaufnahmen abgespielt, die ein partikelbasiertes Visual beeinflussen und je nach Inhalt positiv oder negativ reagieren.

„Heast” / Francisca Friedrich (AT) & Lena Isabella Deisenberger (AT)

„Heast” ist eine Videoinstallation, die eine KI-generierte Bundeshymne mit Bildern defekter Analogkameras und einer Vielzahl alter Fernsehgeräte kombiniert. Die Arbeit hinterfragt nationale Identität und setzt sich kritisch mit kulturellen Narrativen und gesellschaftlichen Spannungsfeldern auseinander.

„Larva” / Pauline Hübner (AT)

„Larva“ ist ein abstrakter Video-Loop, in dem Materialien wie Papier, Textil und Gummi unter dem Mikroskop zum Leben zu erwachen scheinen. Mechanische und organische Klänge verstärken die zugleich ästhetisch ambivalente und fremdartige Bildwelt.

„Metally Meadows“ / Daniel Hans Walter (AT)

„Metally Meadows” ist ein Klangobjekt aus Metalldrähten, das ein Grasfeld simuliert. Durch Berührung werden Vibrationen von Kontaktmikrofonen aufgenommen, über Effektgeräte verarbeitet und schließlich als verstärktes Klangsystem ausgegeben.

„Paket ist unterwegs“ / Elizaveta Belkevich (RU)

Die interaktive Installation begleitet ein virtuelles Paket durch die leeren Hallen der „Postcity”, wobei eine Roboterplattform die Bewegung und Geschwindigkeit des Videos physisch nachvollzieht. So wird die Atmosphäre des Gebäudes vor seinem bevorstehenden Abriss dokumentiert.

Shards of a Looking Glass / Egemen Karaaslan (AT)

Die Videoinstallation arbeitet mit Reflexionen und Projektionen auf Glasscherben sowie mehreren Projektionsebenen. Dadurch entstehen fragmentierte Bildräume, die Fragen nach Identität, Wahrnehmung und Selbstreflexion aufwerfen.

SoundsLike Joy – The Happy Memory Archive / Remo Stuflesser (IT)

Die interaktive Klanginstallation untersucht, wie Technologie dazu beitragen kann, Erinnerungen über Klänge zugänglich zu machen. Über eine tastaturartige Oberfläche werden Vokallaute ausgelöst, die als akustische Erinnerungsfragmente fungieren.

„The Gallery of Context Lost” / Daryna Stohnii (UA)

Die virtuelle Ausstellung in einer Game-Engine erlaubt den Besucher:innen freie Bewegung und aktive Interaktion mit dem Ausstellungsraum. Dadurch wird die passive Rolle des Publikums im klassischen Ausstellungskontext bewusst aufgebrochen.

Transcendental Strings / Maximilian van der Meer (DE)

Die Installation besteht aus zwischen Boden und Decke gespannten Saiten, die über Lichtschranken und Sensoren aktiviert werden. Jede Berührung erzeugt digitale Signale und eigene Effektketten, wodurch ein kollektives Klangensemble entsteht.

We’re in this tub together / Elena Jäger (DE)

Die Installation verbindet zufällig gekoppelte VHS-Aufnahmen der Künstlerin und ihres Bruders als Babys mit Found-Footage von Mikroorganismen. Die Projektionen auf eine Wasseroberfläche erzeugen eine immersive audiovisuelle Verbindung von Mikro- und Makrowelt.

Who is jumping, Jack? / Nathalie Kronberger (AT)

Die kinetische Installation übersetzt die Körperbewegungen der Besucher:innen in mechanische Abläufe von servogesteuerten Korkenziehern. Hinter der spielerischen Oberfläche stellen sich Fragen nach Kontrolle, Rollenverteilung und der Unterscheidung zwischen Akteur*in und „Hampelmann“.

Ars Electronica Center - Medienkunst von Studierenden
bis 19. Juli
Ebene UG 3 im Ars Electronica Center