2. Juni 2020 - 15:24 / Aktuell / Architektur 

Die künftige Nutzung des Geburtshauses des nationalsozialistischen Massenmörders Adolf Hitler in Braunau am Inn ist geklärt. Gemäss einer Aussendung des Innenministers Karl Nehammer soll das Gebäude zu einer Polizeistation umgebaut werden. Im Rahmen einer Ausschreibung konnte sich das Vorarlberger Architektenbüro Marte.Marte mit seinen Plänen gegen elf Kontrahenten durchsetzen und den Auftrag sichern. Der Umbau soll gegen Ende 2022 abgeschlossen sein.

Das Hitler-Geburtshaus fiel dem Innenministerium im Zuge einer Enteignung zu, nachdem man sich mit der langjährigen Besitzerin des Objekts nicht einigen hatte können. Gut 800.000 Euro mussten der Frau nach einigem gerichtlichen Tauziehen vergütet werden, der Umbau wird noch einmal etwa fünf Millionen Euro kosten, erklärte der zuständige Sektionschef Hermann Feiner. Wie Feiner betont, sei es beim Umbau um "eine Neutralisierung des gesamten Ortes" gegangen. Daher habe die interdisziplinäre Kommission, die sich mit dem Projekt auseinandergesetzt hat, eine zeitgenössische Kommentierung untersagt. Ein Gedenkstein vor dem Objekt soll möglichst im "Haus der Geschichte" untergebracht werden, kündigte der Sektionschef entsprechende Gespräche mit der Einrichtung an.

Laut dem Wetbewerbs-Juryvorsitzenden Robert Wimmer zeichnet sich das Siegerprojekt vor allem durch seine sehr reduzierte Erscheinung aus. "Die Einfachheit an dem Projekt war es, das uns alle in der Jury überzeugt hat." Die Innere Struktur des Objekts mit zwei Häusern wird demnach auch beibehalten: "Der Denkmalschutz war begeistert." Vorgesorgt wird architektonisch, dass sich beim Gebäude keine Versammlungen von Neonazis abspielen können.

Verantwortlich für den Umbau zeichnen mit den in Feldkirch stationierten Architekten Stefan und Bernhard Marte keine Unbekannten in der Szene. Sie können unter anderem den Staatspreis für Architektur ihr Eigen nennen. Sie haben unter anderem auch die Landesgalerie Niederösterreich in Krems geplant oder das evangelische Diözesanmuseum Fresach.



Hitlers Geburtshaus in Braunau (Bild: Thomas Ledl/ CCO Attributio-Share Alike 4.0 Intern. License)
Hitlers Geburtshaus in Braunau (Bild: Thomas Ledl/ CCO Attributio-Share Alike 4.0 Intern. License)