In Kooperation mit dem Vorarlberger Architektur Institut (vai) wird am Dienstag, dem 3. Juni 2025 um 19:30 Uhr der Dokumentarfilm „E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer” gezeigt.
Die irische Designerin Eileen Gray baute sich 1929 ein Refugium an der Côte d’Azur. Ihr erstes Haus ist ein diskretes, avantgardistisches Meisterwerk. Sie nennt es E.1027, eine kryptische Kombination aus ihren Initialen und denen von Jean Badovici, mit dem sie es gemeinsam entworfen hat. Als Le Corbusier das Haus zum ersten Mal sieht, ist er überwältigt. Ohne zu fragen, bemalte er die Wände des einzigartigen Ferienhauses mit seinen Motiven und veröffentlichte Fotos davon. Gray bezeichnete diese Malereien als Vandalismus und forderte ihre Rücknahme. Er ignoriert ihren Wunsch und errichtet stattdessen sein eigenes Ferienhaus, Le Cabanon, direkt hinter E.1027. Dieses dominiert bis heute die Erzählung des Ortes.
„E.1027” ist eine filmische Reise in die Gedankenwelt der avantgardistischen Design-Ikone und Architektin Eileen Gray. Der Film von Beatrice Minger und Christoph Schaub rekonstruiert ihre dramatische Geschichte und die ihres atemberaubend schönen Hauses. Darüber hinaus erzählt er von der Macht des weiblichen Ausdrucks und dem Wunsch von Männern, diese zu kontrollieren.
Die Design-Ikone Eileen Gray war zudem eine unmittelbare Inspirationsquelle für die Gestaltung des Films, was sich in klaren Linien, besonderen Farbgebungen und Formen widerspiegelt. „E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer“ erzählt auch von einer hochbegabten Künstlerin, die ein langes Leben im Schatten ihrer männlichen Kollegen führte.
Gray war eine der ersten Architektinnen der Neuzeit. Die berühmte Stardesignerin schuf Möbel und Einrichtungsgegenstände, die heute zu den exklusivsten und teuersten der Welt gehören. Sie entwarf auch die gesamte Inneneinrichtung und das Mobiliar in „E.1027”, wodurch das Haus seinen einzigartigen Charakter erhielt. Ihre Vintage-Objekte sind selten und werden heute zu sehr hohen Preisen gehandelt. Die Werke von Eileen Gray sind in zahlreichen Museen und Ausstellungen vertreten.
Der Film „E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer” war für den Schweizer Filmpreis in den Kategorien Bester Dokumentarfilm, Beste Kamera (Ramòn Giger), Beste Montage (Gion-Reto Killias) und Beste Filmmusik (Peter Scherer) nominiert.
E.1027 – Eileen Gray und das Haus am Meer
CH 2024, 89 min, Dokumentarfilm, Original mit deutschen Untertiteln
Regie: B. Minger, Co-Regie: C. Schaub
Mit: Natalie Radmall-Quirke, Axel Moustache, Vera Flück, Charles Morillion
Dienstag, 3. Juni 2025, 19:30 Uhr