16. April 2019 - 12:49 / Aktuell / Literatur 

Der mit 15'000 Euro dotierte Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie geht in diesem Jahr an den 44-jährigen Schriftsteller Daniel Kehlmann. In ihrer Begründung verwies die Jury darauf, dass der Autor "ein Meister der Erzählung" sei und nicht nur, "wenn er historisierende Stoffe wählt, Tore hinter das Augenscheinliche jeder Handlung" öffne.

Der 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann in München geborene Dichter studierte an der Universität Wien Philosophie und Germanistik. Bereits sein erster Roman "Beerholms Vorstellung" (1997) galt unter Kritikern als "Fall von früher Meisterschaft". 2003 erschien dann Kehlmanns ironischer Künstlerroman "Ich und Kaminski", zum absoluten Bestseller wurde sein 2005 erschienener Roman "Die Vermessung der Welt" über die beiden Forscher Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß.
Weitere erfolgreiche Romane und Bühnenwerke folgten, zuletzt "Die Reise der Verlorenen" (2018). Kehlmann wurde unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis, dem Welt-Literaturpreis und dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet.

Der Wildgans-Preis adressiert Autoren der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft, "dessen oder deren Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Korrelation unserer Zeit ist". Unter den Preisträgern befinden sich unter anderem Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Michael Köhlmeier, Arno Geiger, Olga Flor, Norbert Gstrein, Robert Seethaler, Erich Hackl und im Vorjahr Sabine Scholl. Die diesjährige Vergabe des Preises an Kehlmann erfolgt im Mai im Wiener Haus der Industrie.



Daniel Kehlmann 2017 an der Frankfurter Buchmesse (Foto: Wikipedia/ Heike Huslage-Koch( CCO)
Daniel Kehlmann 2017 an der Frankfurter Buchmesse (Foto: Wikipedia/ Heike Huslage-Koch( CCO)