Anton Kehrer - Eine besondere Aussicht auf den Bodensee

Der Bildraum Bodensee zeigt eine umfassende Einzelausstellung des oberösterreichischen Künstlers Anton Kehrer. In dessen Werk lösen sich die medialen Grenzen zwischen Fotografie, Malerei, Grafik, Lichtkunst und Skulptur auf.

In seinem intermedialen und ganzheitlichen Ansatz thematisiert Kehrer die Grundlagen der menschlichen visuellen Wahrnehmung – Farbe, Licht und Raum – und deren transformativen Charakter in den Augen der Betrachtenden.

Den Hauptstrang dieser konzeptionellen Auseinandersetzung bildet der seit 1995 kontinuierlich fortlaufende analoge Fotozyklus Lightflow. Die Resultate sind großformatige, abstrakt erscheinende Fototableaus von frappant malerischer Wirkung. Sie sind frei von vordergründigen und narrativen Inhalten und umkreisen die Wirkprinzipien der Fotografie (Licht trifft auf lichtempfindliches Material) sowie der Malerei (Zusammenspiel von Farbe, Fläche und Licht).

Kehrers fotografische Praxis umfasst sowohl Fotos von Lichtquellen im öffentlichen Raum – wie Neonreklamen, Leuchtschriften und Tankstellendächer – als auch Detailansichten von Lichtinstallationen anderer Künstler, wie jene von Dan Flavin, Keith Sonnier und Maurizio Nannucci, die er in Ausstellungssettings findet. Kehrers Fotoarbeiten changieren zwischen den Polen profaner Alltagsbeleuchtung und wohlgesetzter Gestaltung.

Die Bregenzer Schau zeigt auch Fotoarbeiten, die seit 2007 im Atelier entstanden sind. Der Künstler schichtet kleine, durchscheinende, industrielle Farbmusterplatten auf einem Leuchttisch übereinander. In den Aufnahmen zeigen sich dadurch additive Farbmischungen – eine Praxis, die dem Anmischen der Farben auf einer Malerpalette gleicht.

Der Ausstellungstitel „A different kind of horizon” bezieht sich auf die besondere Aussicht auf den Bodensee, die die Ausstellungsräume bieten. „Horizont“ versteht Kehrer dabei durchaus metaphorisch. So schrieb er bereits 2001 in einem Katalogtext zu seiner ersten Museumspersonale „Beyond” in der Landesgalerie am OÖ Landesmuseum Linz: „Dass die Arbeiten aus dem Zyklus ‚lightflow_artificial horizons‘ häufig eine landschaftliche Wirkung haben, ist nur eine Begleiterscheinung. Eine bildhafte Auseinandersetzung mit der Natur interessiert mich nicht wirklich. Vielmehr interessiert mich eine inhaltliche Annäherung an den Horizont. Ein Horizont ist zwangsläufig eine Lichtgrenze. Wenn kein Licht vorhanden ist, nehmen wir keinen Horizont wahr. Außerdem bewegen wir uns immer auf ihn zu, aber erreichen werden wir ihn nie. So verhält es sich auch mit künstlerischen Lösungsansätzen.“
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Anton Kehrer, 1968 in Linz geboren, lebt und arbeitet in Linz.

Anton Kehrer | a different kind of horizon
31. Oktober 2025 bis 21. Jänner 2026

Eröffnung: Donnerstag, 30. Oktober, 19 Uhr
Zur Ausstellung: Edelbert Köb, freier Kurator
Finissage & Künstlerführung: Mittwoch, 21. Januar 2026, 19 Uhr
Öffnungszeiten: Di, Do 13–18 Uhr | Fr, Sa 11–16 Uhr
Der Bildraum Bodensee ist vom 24.12.–6.1.26 geschlossen.