Die Künstler:innen-Vereinigung Kunstvorarlberg beschließt ihr diesjähriges Ausstellungsprogramm im Forum für aktuelle Kunst in der Feldkircher Villa Claudia mit einer Werkschau der beiden Künstlerinnen Lisa Althaus und Heidi Comploj. Dabei handelt es sich um einen künstlerischen Dialog mit unterschiedlichen Stilmitteln.
Inhaltlich dreht sich die Ausstellung um die Themen Kommunikation, Information und Erinnerung. Sie zeigt, wie Motive, Emotionen und Ideen durch verschiedene künstlerische Bildsprachen vermittelt werden können und welche Auswirkungen das auf die Wahrnehmung und Interpretation hat. Scheinbar erkennbare Bildmotive, die aber keinen Sinn ergeben, stehen ungegenständlichen Arbeiten gegenüber. In beiden Fällen ist das Ziel nicht die ikonografische Lesbarkeit, sondern das Aufrufen des inneren Bilderfundus der Rezipienten. Dazu kommen dreidimensionale Objekte in unterschiedlichen Materialien - Keramik und Filz.
Lisa Althaus verwendet frei erfundene figurative Bildmotive, die durch Fragmentierung und Komposition so verfremdet sind, dass sie irritieren und sich einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen. Der offene Stil von Heidi Comploj wiederum lässt viel Spielraum und vermittelt Emotionen und Inhalte durch die Nicht-Eindeutigkeit der dargestellten Formen.
Jeder der fünf Ausstellungsräume steht unter einem eigenen Motto. Im ersten, der mit „Traumfragmente“ überschrieben ist, zeigt Heidi Comploj halbtransparente Fahnen, basierend auf Erinnerungsfotos, die sich durch Verfremdung und Überlagerung zu offenen Formen entwickeln. Der zweite Raum, „Pas de deux“, ist dem Thema Kommunikation gewidmet. Während der offene, abstrahierte Stil von Heidi Comploj mit wenigen typographischen Motiven dem Betrachter viel Spielraum lässt, verwendet Lisa Althaus gegenständlich-figurative Bildmotive als scheinbare Informationsträger, die jedoch durch Fragmentierung und Komposition so verfremdet sind, dass sie sich einer eindeutigen ikonograschen Lesbarkeit entziehen.
Im dritten Raum, „Informationssysteme“, widmet sich Lisa Althaus dem Thema Information, und zwar sowohl auf biologischer Ebene wie auch auf der Ebene menschengemachter Zeichen. Diverse Filzobjekte verweisen auf Pilz-Myzelien, die in der Natur als Informations- und Kommunikationsträger fungieren. Sie dienen sowohl der elektrischen wie biochemischen Kommunikation im Waldboden wie auch der Herstellung einer Symbiose zwischen Wurzeln verschiedener Pfanzen.
In „Kopfknotenlöser“ dreht sich alles um den menschlichen Kopf, um das Gehirn als dem physischen Ort der Produktion von Wahrnehmung, Denken und der Verarbeitung visueller Informationen. Das Sehen und die Interpretation eines Werkes entstehen im Kopf des Betrachters und sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Keramikarbeiten von Heidi Comploj korrespondieren mit freien, assoziativ entstandenen Bildern von Lisa Althaus.
Im letzten Raum, „Spuren“, finden sich Fragmente der Vergangenheit und Erinnerung. Die Serie „zarte Spuren“ von Heidi Comploj ist aus der Reduktion von Reiseimpressionen entstanden. Die Arbeiten ermöglichen es, Abwesendes im Anwesenden wahrzunehmen.
Lisa Althaus wiederum zeigt Wabenrähmchen, auf denen die Bienen ihres Vaters viele Jahre lang Spuren hinterließen. Statt der Wachs-Mittelwände enthalten sie heute Collagen auf Transparentpapier, die ebenfalls einen deutlichen Alterungsprozess zeigen. In den quadratischen Collagen werden die vorherigen Themen noch einmal im Kleinformat zusammengefasst.
Lisa Althaus u. Heidi Comploj: „Ansatzweise ausformuliert“
28. November bis 21. Dezember 2025
Eröffnung: 27. November, 19.00 Uhr
Einführung: Manfred A. Getzner
14. Dezember: Dialogführung mit Verena Burtscher
Fr 16-18, Sa 15-18, So 10-12 u. 15-18