Annerose Riedl – Zwischen-Räume

In ihrer Ausstellung "Zwischen-Räume" setzt Annerose Riedl Bilder von räumlichen Situationen in Beziehung zu Skulpturen. In den Bildern, die sie auf ausrangierten Schullandkarten malt, schafft sie nahezu leere Räume, die durch wenige perspektivische Linien definiert werden.

Sowohl die Skulpturen als auch die gemalten Figuren erwecken den Eindruck, als würden sie die Grenzen zwischen Bild und Realität überwinden und sich in den Raum hinein- oder aus ihm herausbewegen.

In ihren Raumbildern verbindet Annerose Riedl zudem die Hauptmotive ihres Schaffens, zu denen menschliche Figuren und Leitern gehören. Ihre gemalten und aus Holz gefertigten Figuren stehen etwa in Gruppen vor Türöffnungen oder Fenstern oder klettern einzeln über Leitern von einer Raumebene auf eine andere. Einige Leitern führen in die Höhe, andere in die Tiefe; sie lehnen an der Wand oder liegen auf dem Boden. Sie bieten zumindest die Möglichkeit, einen Raum zu verlassen oder sich in andere Ebenen zu bewegen. Dem stehen reale, aus Holz gefertigte Leitern gegenüber, auf deren Sprossen die Künstlerin einzelne Figuren postiert hat. Diese Leitern führen nirgendwo hin und erfüllen keinen Sicherheitsstandard. Für Riedl übernehmen die „Leitern ohne Ziel” die Funktion von Stellregalen, auf denen Emotionen, Haltungen oder Gesten abgelegt werden können.

Einen weiteren skulpturalen Schwerpunkt der Ausstellung bildet eine Werkserie aus einer kontinuierlichen Schaffensphase Annerose Riedls. Es handelt sich dabei vorwiegend um Frauenfiguren, die geerdet, selbstbewusst und selbstironisch auftreten.

Annerose Riedl, geboren 1949 in Passau, lebt und arbeitet in Brunnenthal bei Schärding.

Annerose Riedl
Zwischen-Räume
Bis zum 8. Februar 2026
Kuratorin: Inga Kleinknecht