Stefan Zweig, der Meistererzähler und Weltbürger, der seinem Freund Sigmund Freud in London die Grabrede hielt, wirft in seiner Novelle "Angst" einen hellen Blick auf die Pathologien einer Gesellschaft, die nur den verlogenen Umgang mit der Dialektik von Lüge und Wahrheit kennt.

Mit feinem psychologischem Spürsinn leuchtet er die Innenwelt einer Frau aus, die in einer nicht unglücklichen, aber "trägen, windstillen" Ehe lebt. Von ihrem Geliebten kommend, wird sie eines Tages von einer heimlichen Mitwisserin abgefangen und fortan mit stetig wachsenden Forderungen erpresst. Immer größer wird das Bedürfnis der Ehefrau, sich in einem befreienden Akt dem Mann anzuvertrauen. Doch je häufiger sie den erlösenden Moment ungenutzt verstreichen lässt, desto unmöglicher scheint es, jemals zur Wahrheit zurückzufinden. Das selbstgezimmerte Lügengebäude wird mehr und mehr zu einem Labyrinth der Angst.

Angst - Nach der Novelle von Stefan Zweig, Uraufführung
Koproduktion mit den Salzburger Festspielen
In einer Fassung von Koen Tachelet
Premiere: Sa 6. November 2010

Regie: Jossi Wieler, Bühne und Kostüme: Anja Rabes, Musik: Wolfgang Siuda, Licht: David Finn, Dramaturgie: Koen Tachelet
Mit: Katja Bürkle, Elsie de Brauw, Lena Anderle/ Hanna Merki, Stefan Hunstein, Johannes Geller/ Julian Olivi, André Jung

Weitere Vorstellungen:

13./ 17./ 30. November 10
6./ 15./ 30. Dezember 10
10./ 16./ 31. Januar 11
21./ 27. Februar 11
8./ 19. März 11
6./ 17./ 30. April 11
17./ 31. Mai 11
17. Juni 11
3./ 9./ 22. Juli 11

Münchner Kammerspiele, Schauspielhaus
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