Andrin Winteler ist Träger des Manor Kunstpreises Schaffhausen 2025, der zu den wichtigsten Förderpreisen für das junge, zeitgenössische Kunstschaffen in der Schweiz zählt und in Schaffhausen bereits zum 21. Mal vergeben wurde
Für seine erste institutionelle Einzelausstellung hat Andrin Winteler neue Arbeiten entwickelt. In Filmen, immersiven Installationen und Fotografien verfremdet er alltägliche Motive und Objekte und erkundet die Übergänge zwischen Erinnerung, Traum und Wirklichkeit. Vertrautes wird ambivalent, Spielerisches erhält eine beunruhigende Note. Seine Kunst ist rätselhaft und poetisch zugleich. Andrin Winteler untersucht, wie sich die Wahrnehmung von Dingen, ihre Bedeutung und letztlich unser Verhältnis zur Welt verändern, wenn sich gewohnte Parameter verschieben.
Im Video „Megaball” rollt ein riesiger roter Ball traumverloren durch ein Heckenlabyrinth. In „Be to Be” hingegen kommt ein Slinky, ein beliebtes Spielzeug in Form einer gewundenen Drahtspirale, nicht vom Fleck. Dies wirkt zugleich anstrengend und seltsam rührend. Die raumfüllende Installation „Sun Set” besteht aus zwölf Laufbändern. Sie sind mit fotografischen Ausschnitten eines Sonnenuntergangs bespannt. Die Geräte sind so modifiziert, dass durch die Bewegung ein permanentes visuelles und akustisches Rauschen entsteht. Der magische Moment der untergehenden Sonne wirkt plötzlich unbehaglich. Auch in der Fotoserie „Near Mint” sind die Motive kaum mehr fassbar. Die Naturaufnahmen verschwinden hinter einer ornamentalen Bildebene, die der Künstler mittels Lasercuts im Negativ erzeugt hat. Dort, wo Information fehlt, entsteht ein neues Bild.
Andrin Winteler (* 1986) wuchs in Schaffhausen auf und absolvierte nach einer Ausbildung zum Fotofachangestellten ein Studium im Fach Kunst und Medien an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Er lebt in Zürich.
Der Manor Kunstpreis, einer der wichtigsten Förderpreise für zeitgenössische Kunst in der Schweiz, wurde 1982 von Philippe Nordmann ins Leben gerufen, um jungen Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. Er wird jährlich von einer Fachjury in sechs Schweizer Städten verliehen. Dabei wechseln sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano, Schaffhausen, Sion, St. Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus ab. Der Förderpreis hat bereits eine ganze Reihe von Künstlerinnen und Künstlern auf ihrem Weg zum internationalen Durchbruch begleitet.
Manor Kunstpreis 2025:
Andrin Winteler
Floating Point
Bis 22. Februar 2026.