19. Mai 2020 - 16:34 / Aktuell 

Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen hat heute offiziell Andrea Mayer als neue Staatssekretärin für Kunst & Kultur vorgestellt. Mayer gilt als professionelle und engagierte Kulturpolitikerin, die Österreichs Kunst und Kultur in- und auswendig kennt und bestens vernetzt ist – von den freien Initiativen bis hin zu den großen Kultureinrichtungen. Der erweiterte Bundesvorstand der Grünen hatte sich am Montagabend einstimmig für die derzeit als Kabinettschefin von Bundespräsident Alexander Van der Bellen tätige Mayer als Nachfolgerin von der unglücklich agierenden Ulrike Lunacek ausgesprochen.

Nach einem glühenden Bekenntnis zum Stellenwert von Kunst und Kultur für das Land und einer kurzen persönlichen Vorstellung stellte Mayer ihre Prioritäten für ihre ersten Arbeitsschritte als Kunst- und Kulturstaatssekretärin dar. Unmittelbar nach ihrer Angelobung am Mittwoch werde sie in Gespräche mit Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) eintreten, um eine "rasche, unbürokratische" Hilfe für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, Kulturinitativen und -institutionen zu ermöglichen, so die designierte neue Staatssekretärin.

Johanna Rachinger, Nationalbibliothek-Direktorin, Gerhard Ruiss von der IG AutorInnen, Albertina-Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder und KHM-Chefin Sabine Haag streuen Andrea Mayer im voraus ebenso Rosen wie Christian Kircher von der Bundestheater-Holding und viele andere aus Kunst und Kultur.

Mayer stand bereits zehn Jahre lang an der Spitze der nunmehrigen Sektion Kunst und Kultur. Darüber hinaus ist ist sie auch mit europäischer und internationaler Kulturpolitik bestens vertraut. Durch ihre Tätigkeit in unterschiedlichen Aufsichtsgremien, etwa bei der Österreichischen Galerie Belvedere, den Bregenzer und Salzburger Festspielen sowie im Wiener Konzerthaus, habe sie umfassende Einblicke in wirtschaftliche Strukturen im Kulturbereich gewonnen, betont Kogler. In allen ihren Funktionen war und sei der lebendige Austausch mit den in Kunst und Kultur Tätigen ein besonderes Anliegen von ihr.

"Mein Credo ist: Kunst und Kultur stellen einen unfassbaren Reichtum dar", umriss Mayer ihren Zugang: "Diesen Reichtum gilt es zu schützen, dafür zu lobbyieren und ihn staatlich zu finanzieren." Alle Betroffenen müssten finanziell abgesichert sein, um einen Bruch im Kunst- und Kulturleben zu verhindern.

Andrea Mayer erblickte 1962 im niederösterreichischen Amstetten das Licht der Welt. Sie studierte in Wien Germanistik, Geschichte und Jus und dockte nach ihrem Abschluss zunächst in der Privatwirtschaft an. 1993 wechselte sie (damals noch unter ihrem Mädchennamen Ecker) ins Bildungs- und Kulturministerium, das damals von Rudolf Scholten (SPÖ) geführt wurde. Nach einer Zwischenstation im Wissenschaftsministerium machte sie Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) 2007 zur Leiterin der Kunstsektion. 2015 fusionierte der damalige Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) die Sektionen Kunst und Kultur. Mayer stieg zur Leiterin der neuen Abteilung auf.

2016 übernahm die Mutter von Zwillingen die interimistische Leitung des Belvedere-Kuratoriums. Zudem war sie in mehreren Aufsichtsgremien großer Kulturinstitutionen vertreten, etwa bei den Salzburger Festspielen. Im Februar 2017 berief Van der Bellen Mayer zur Kabinettschefin in der Präsidentschaftskanzlei. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat.



Andrea Mayere am Filmfestival Linz 2015 (Bild: Filmfestival Linz/ Benedikt Reiter/ CCO)
Andrea Mayere am Filmfestival Linz 2015 (Bild: Filmfestival Linz/ Benedikt Reiter/ CCO)