Alles Mozart: Requiem, Marionettentheater und ein Staukonzert

3. Februar 2026 Martina Pfeifer Steiner —
Bildteil

Zwei Jubiläen wurden in Salzburg im Jänner gebührend gefeiert: der 270. Geburtstag von Wolfgang Amadé Mozart und 70 Jahre Mozartwoche. Die Überschrift „Lux æterna“ darf wohl auch als „ewig Mozart“ aufgefasst werden, dementsprechend wird das Requiem auch diesmal wieder aufgeführt. Festivalleiter Rolando Villazón ist aber Garant für weitere besondere Highlights.

Das Staukonzert beispielsweise, eine Fahrt mit dem Elektro-Bus der Salzburg Linien durch die Mozart-Stadt, Klarinette, Querflöte, Geige und Schlagwerk der vier jungen Musiker erklangen mittendrin im Gedränge der Fahrgäste. Dass der zusteigende Überraschungsgast für das Geburtstagsständchen der Intendant persönlich sein würde, war zu erwarten und dennoch begeisternd. Überschwänglich mit dem „Sound of Mozart“ reichte die originelle Runde bis zum Schloss Hellbrunn.

Im Salzburger Marionettentheater „Der alte Baum“, ein Singspiel, das sich poetisch-musikalisch dem Thema Naturzerstörung und Klima-Aktivismus annimmt, mit ausgesuchten und (nur) textlich adaptierten Arien, Liedern und Kammermusik von Mozart. Der Tenor Paul Schweinester – auch als Manostratos in der diesjährigen Zauberflöte zu erleben! – singt nicht nur hervorragend den Moo, er ist auch für Konzept und Regie verantwortlich, Tscho Theissing für die Musikarrangements. Ein Klarinettenquintett hielt er für am geeignetsten die musikalische Substanz von Mozarts Werken wiederzugeben, dazu das Akkordeon als Harmonieinstrument und verschiedene Schlaginstrumente, die nicht nur rhythmische, sondern auch melodische Parts übernehmen. Die Hauptperson Franzi singt die österreichische Sopranistin Anija Lombard, ihren Namen wird man sich merken müssen! Ebenso hochkarätig, der Bariton Brett Pruunsild aus Estland, er ist auch beim renommierten Young Singers Project der Salzburger Festspiele dabei. Hinreißend, dieses Zusammenspiel von gekonntem Puppenspiel sowie lebendigem, beseeltem Musizieren, und was für Stimmen!

In Requiem æternam dann, die geglückte Zusammenführung von Pergolesis Stabat Mater und Mozarts Requiem. Die österreichische Dirigentin Christina Pluhar ist ein großer Name in der Alte-Musik-Szene (siehe auch Artikel Mozartwoche 25) und sie kam wieder mit dem von ihr gegründeten Ensemble L´Arpeggiata. Nur leider musste die Sopranistin Emöke Baráth krankheitsbedingt absagen, die vor allem bei Pergolesi den wesentlichen Part hätte. Das Stabat Mater – ebenfalls die finale Schöpfung des noch jünger verstorbenen Komponisten (1736 mit 26 Jahren an Tuberkulose) – ist nicht wie bei Mozart eine monumentale Totenmesse, sondern eine nahezu kammermusikalische Andacht, mit zwei Solostimmen, die vom Schmerz Mariens unter dem Kreuze erzählt. Die einspringende belgische Sopranistin Céline Scheen hatte es mit eher dramatischem Duktus schwer, in Gleichklang mit dem Countertenor Philippe Jaroussky zu schwingen, doch Pergolesis Komposition folgt mit den abrupten Stimmungswechseln in tänzerische Leichtigkeit ja auch nicht unbedingt dem schmerzhaften Rosenkranz.

Bei Mozarts Requiem integrierte sich die kroatische Sopranistin Tamara Ivanis sehr gut ins Solisten-Quartett, doch die große Emotion bleibt bei diesem Werk ohnehin beim Chor, und dieser war höchst eindrucksvoll: nämlich acht Vokalisten der Capella Cracoviensis aus Krakau, in gemischter Aufstellung. Da gelingt es der Dirigentin Christina Pluhar noch ganz andere Dimensionen und Klangbilder deutlich herauszuarbeiten, spannend. Dass das berühmte „Lacrimosa“ nach dem stürmischen Schlussapplaus als Zugabe gegeben wird, kommt auch selten vor, oder?

Die Internationale Stiftung Mozarteum wurde 1880 als Verein von Bürgern der Stadt Salzburg gegründet. Mozarts Witwe Constanze sowie die Söhne Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang stifteten dem Verein den Großteil seiner persönlichen Erinnerungsstücke. Die Stiftung Mozarteum verfügt damit über die weltweit größte Sammlung an originalen Briefen, Porträts und Instrumenten der Mozart-Familie.

Staukonzert
Kooperation mit Salzburg Verkehr und Fräulein Flora
Musiker des Orquesta Iberacademy Medellin

Der alte Baum
oder: Franzis Reise zum Ende der Welt
Ein musikalisches Marionettenabenteuer in drei Bildern
Paul Schweinester, Konzept, Regie und Tenor
Tscho Theissing, Musikarrangements und musikalische Leitung
Anija Lombard, Sopran
Brett Pruunsild, Bariton
Ensemble des Salzburger Marionettentheaters
Die Wiener Theatermusiker und Studierende der Universität für Musik Wien

Requiem æternam
Pergolesis Stabat Mater und Mozarts Requiem
Ensemble L´Arpeggiata, Capella Cracoviensis
Leitung: Christina Pluhar
Sopran: Céline Scheen (Pergolesi), Tamara Ivanis (Mozart)
Alt: Philippe Jaroussky
Tenor: Zachary Wilder
Bass: Dingle Yandell