12. November 2020 - 2:17 / Ausstellung 
14. November 2020 24. Januar 2021

Unter dem Titel "Auswahl 20" gibt es zum Ausklang des Jahres im Aargauer Kunsthaus die Möglichkeit, das aktuelle Kunstschaffen der Region in seiner Fülle von Ausprägungen zu entdecken. Die Auswahl 20 ist die traditionelle Jahresausstellung der Aargauer Künstlerinnen und Künstler und wird vom Aargauer Kuratorium und dem Aargauer Kunsthaus gemeinsam realisiert.

Von Mitte November bis weit in den Januar 2021 hinein, versammelt die Jahresausstellung Auswahl sowohl Neuentdeckungen wie auch bekanntere Positionen, die gemeinsam einen thematisch wie formal vielfältigen Überblick des aktuellen Kunstschaffens der Region bieten.

Für das Ausstellungsformat der Auswahl bewerben sich jeweils Künstlerinnen und Künstler, die den Wohnsitz im Kanton Aargau haben oder in besonderer Weise mit dem Kulturleben des Kantons verbunden sind. Von den 170 eingereichten Dossiers haben die Jurys des Aargauer Kunsthauses und des Aargauer Kuratoriums unabhängig voneinander 50 Kunstschaffende eingeladen, ihre Werke in den Räumen des Unter- und Obergeschosses des Aargauer Kunsthauses zu präsentieren.

Zum Auftakt der Ausstellung verleiht das Aargauer Kuratorium die Werk- und Förderbeiträge im Bereich Bildende Kunst und Performance. Gleichzeitig findet auch die Übergabe des Förderpreises der Credit Suisse statt. Aufgrund der besonderen Situation wird die Vergabe dieses Jahr ausnahmsweise in geschlossenem Rahmen abgehalten.

Die Künstlerinnen und Künstler der Auswahl 20 Georg Aerni, Angela Anzi, Silvia Bächli, Valérie Balmer, Annette Barcelo, Leonie Brandner, Christoph Brünggel, Fabienne Ehrler, Noemi Eichenberger, Cédric Eisenring, Tom Fellner & René Fahrni, Philippe Fretz, Eva Maria Gisler, Viviana González Méndez, Otto Grimm, Mireille Gros, Eric Hattan, Nadia Hauri, Valentin Hauri, Tom Karrer, Dominique Lämmli, Mario Marchisella & Marianne Halter, Max Matter, Tobias Maurer, Bettina Maurer, Laura Mietrup, Thomas Moor, Barbara Müller, Roberta Müller, Irene Naef, Dominic Neuwirth, Sadhyo Niederberger, Susanna Perin, Levent Pinarci, Lea Schaffner, Lorenz Olivier Schmid, Roman Sonderegger, Jürg Stäuble, Mette Stausland, Gabriel Studerus & Julia Geröcs, Paul Takács, Elena Tamburini, Max Treier, Gianluca Trifilò, Sabine Trüb, Stefan Tschumi, Andrea Vera Wenger, Rolf Winnewisser, Roger Wirz & Thomas Hüsler, Beat Zoderer

Gast ist Jodok Wehrli. Die für den Ausstellungsraum im Aargauer Kunsthaus neu konzipierte Arbeit "A pretty shitty Poem" (2020) von Jodok Wehrli (geboren 1994) ist eine weiterführende Auseinandersetzung des Künstlers mit der Reproduzierbarkeit von Ideen, Emotionen, Assoziationen. Die raumgreifende Video-Assemblage projiziert Found Footage von Natur- und Kulturlandschaften auf drei Wände. Die in einem konstanten Loop wiedergegebene Bildabfolge von ähnlichen und doch unterschiedlichen Motiven, produziert eine anziehende und zugleich sinnentleerte Kulisse. In diesem Bühnenbild trägt eine computergenerierte Stimme ein fragmentarisches "Gedicht" vor. Scheinbar ziellos sinniert die Stimme darin über ihre Existenz – stetig unsicher wo sie ist und wohin sie will. Jodok Wehrlis Schaffen dreht sich häufig um die absurde Logik in alltäglichen Situationen des gesellschaftlichen Lebens. So thematisiert er in seiner Arbeit Surplus Values (2019) die in Konsumgütern implizierten emotionalen Werte oder zeigt mit dem VogelHaus (2017) die ironische, wenn auch wohlwollende Geste der Menschen, den Vögeln einen hausähnlichen, überdachten Wohn- und Brutplatz anzubieten, obwohl sie für die grossflächige Zerstörung ihrer Lebensräume verantwortlich sind. Wehrli sucht nach Widersprüchlichkeiten, paradoxen Handlungen und amüsanten Manierismen, die unsere Gesellschaft hervorbringt und zeigt auf, dass Logik und Absurdität dabei oft in einer Art Wechselwirkungen verknüpft sind.

Auswahl 20
Aargauer Künstlerinnen und Künstler
Kuratorin: Dr. Katharina Ammann, Direktorin Aargauer Kunsthaus
14. November 2020 bis 24. Januar 2021

Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
CH - 5001 Aarau

W: http://www.aargauerkunsthaus.ch/

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