80 Jahre Künstler:innen Vereinigung Tirol

Demokratische Gesellschaften in Europa stehen unter Druck – und mit ihnen die freie Kunst- und Kulturarbeit. Ein Rundumblick zeigt, wie schnell vermeintliche Sicherheiten über Nacht erschüttert werden können. Deshalb fragt die Künstler:innen Vereinigung Tirol (küveti) danach, wie sie bedeutsam auf gegenwärtige Krisen reagieren kann. Welche konkreten Handlungsimpulse kann sie setzen, um sich als Vereinigung in der Gegenwart und für die Zukunft zu stärken – insbesondere dann, wenn lang geglaubte Sicherheiten zu erodieren drohen?

Die Mitgliederausstellung im Kunstpavillon und in der Neuen Galerie in Innsbruck widmet sich diesen Fragen aus der Perspektive der Künstler:innen und beleuchtet künstlerische Arbeit im Spannungsfeld von Produktion, Regeneration und politischer Ideologie im Wandel. Die Räumlichkeiten der Künstler:innen Vereinigung Tirol werden dabei zugleich zu Ausstellungs-, Aufenthalts- und Lernorten, die sich mit dem öffentlichen Programm fortlaufend verändern.

Die Ausstellung im Kunstpavillon widmet sich der Beschaffenheit gesellschaftspolitischer Strukturen und den künstlerischen Produktionsbedingungen, die sie hervorbringen. Die ausgewählten Arbeiten machen dabei Barrieren und Kontaktpunkte, Grenzen und Bruchlinien, Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Persönlichem und Professionellen sowie zwischen Individuum und Gesellschaft sichtbar. So entsteht ein versatzstückhaftes Bild einer Gegenwart unter Druck und gleichzeitig ein emanzipatorischer Raum für kollektives Denken und Handeln.

Komplementär dazu fungiert die Neue Galerie als symbolisches „Vereinsheim“ für soziale und ökologische Regeneration. In der Ausstellung sind künstlerische Beiträge versammelt, die gemeinsames Verweilen und Spielen ebenso wie individuellen Rückzug ermöglichen. Die teilnehmenden Künstler:innen hinterfragen, was es braucht, damit Regeneration möglich wird, und wie wir als Künstler:innen und Zivilgesellschaft statt gegenseitiger Konkurrenz und Ausbeutung neue Formen der Co-Verantwortung kultivieren können.

Der Kunstpavillon, die Neue Galerie und der öffentliche Raum werden schließlich durch ein umfangreiches öffentliches Programm aktiviert, das die in der Ausstellung vermittelten Themen und Fragen weiter verdichtet. Mittels diskursiver und künstlerischer Formate aus den Praktiken der Mitglieder bieten zahlreiche Veranstaltungen Gelegenheiten für Dialog und Kooperation durch verkörperte Erfahrungen. Ziel ist die Entwicklung von Ideen und Impulsen für gemeinschaftliche Initiativen, die im Programm fortlaufend reflektiert werden. Das Programm gliedert sich dabei in drei Fokus-Wochenenden samt Jubiläumsfeier und einem Abschlussevent.

Parallel dazu werden der Prozess und die Ergebnisse von Artist Assembly dokumentiert und in einer kleinen Publikation versammelt. Diese wird im Rahmen der Premierentage 2026 öffentlich präsentiert und besprochen. Die zentralen Erkenntnisse daraus fließen dann in die Interessenvertretung des Vereins ein und sollen die Künstler:innen-Vereinigung Tirol (küveti) und ihre Mitglieder auf ihrem zukünftigen Weg unterstützen.

Mit Beiträgen von: Lea Abendstein & Isabel Peterhans, Christina Burger, Katharina Cibulka, Wolfgang Capellari, Violet Cato, Melanie Gandyra, Clemens Gächter, Robert Gfader, Heidi Holleis, Kata Hinterlechner, Matthias Krinzinger, Milena Meller, Monika Migl-Frühling, group mʌtʃ, Helmut Nindl, Maria Peters, Christine S. Prantauer, Ilona Rainer-Pranter, Michelle Schmollgruber, Nora Schöpfer, Charlotte Simon, Michael Strasser, Johanna Tinzl, Miriam Tiefenbrunner, Ulaş Uğur, Christoph Voglbauer, Maria Walcher, Angelika Wischermann.

↗ Übersicht über das Programm

Artist Assembly
1946–2026
80 Jahre Künstler:innen Vereinigung Tirol
bis 07.11.2026