29. Juli 2019 - 7:32 / Ausstellung / Kunst im öffentlichen Raum / Film  / Reminder
1. Juli 2019 25. August 2019

Der Kurzfilm-Wettbewerb 20 seconds for art wurde von Infoscreen und KÖR, Kunst im öffentlichen Raum Wien, 2013 initiiert und findet dieses Jahr zum vierten Mal statt. Kunstschaffende wurden zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema „Kultur im Wandel“ eingeladen, die es in Form von tonlosen 20 Sekunden-Kurzfilmen zu visualisieren galt.

Die Ausschreibung richtete sich an KünstlerInnen, Studierende oder AbsolventInnen einer künstlerischen, grafischen oder filmischen Ausbildung ebenso wie jene einer architektonischen und stadtplanerischen Ausbildung oder auch künstlerisch tätige Personen aus dem In- und Ausland (ab 18 Jahren).

Mit folgenden Fragen sollten sich die TeilnehmerInnen auseinandersetzen:

Welchen Wert haben Kunst und Kultur in der Gesellschaft heute? Kann die Entscheidung darüber, was Kunst ist, in einem demokratischen Prozess erfolgen? Was bedeutet das identitätsstiftende Moment von Kunst in einer multikulturellen Gesellschaft? Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung? Welche Rolle spielen die digitalen Medien bzw. wie beeinflussen diese die Gesellschaft?

Die ausgewählten Kurzfilme werden im Zeitraum von 1. Juli bis 25. August 2019 alternierend auf rund 2.900 Infoscreens in U-Bahnstationen, Straßenbahnen und Bussen gezeigt (in Wien, Linz, Graz, Eisenstadt, Klagenfurt und Innsbruck).

Aus beinahe 200 Wettbewerbsbeiträgen wurden folgende fünf Kurzfilme ausgewählt:

Sebastian Doringer, The Boxer


Erst seit Februar 2019 ist es teilverschleierten Boxerinnen gestattet bei internationalen Kämpfen teilzunehmen. Mein Kurzfilm steht verbildlicht für diesen gewonnenen Kampf in Richtung Gleichstellung aller Menschen, ganz unabhängig von Herkunft oder Glaube.

Katharina Grafinger, memoria spongeae exornatus


Memoria spongeae exornatus - sich bewegende Wesen, sich verformende Objekte - changieren in einer Welt, zwischen Lebendigkeit und Unbelebtheit. Das Material besitzt ein Formgedächtnis, welches Eindrücke für eine bestimmte Zeit innehält und das sich gegen die Schwere der Leblosigkeit stemmt. Der Ballast des Alltags wird für den Betrachter versinnbildlicht und soll an belebten Orten in der Öffentlichkeit Momente kontemplativer Wahrnehmung schaffen.

Raphael Reichl, ttt touch me


ttt touch me zeigt automatisierte Choreografien unseres alltäglichen Handelns. Anstelle von haptischer Erfahrung rückt ein Bewusstsein über eine Welt, die hinter dem Bildschirm erscheint. Entsprechend erfüllen wir unsere Bedürfnisse in einem Bewegungsablauf über Daumen und Zeigefinger, der unsere taktile Wahrnehmung und Kommunikation wesentlich verändert und dessen Ursprung sich nur dann erkennen lässt, wenn wir diesen auch ganz bewusst hinterfragen.

Paul Spendier, ....


Eine robotische Apparatur ahmt eine intuitive, menschliche Geste mechanisch nach. Sie evoziert Bilder einer Zukunft, in der Maschinen nicht nur Arbeitsprozesse automatisieren, sondern auch scheinbar sinnlose menschliche Angewohnheiten übernehmen.

Armin Wagner und Liddy Scheffknecht, pop up (Eckbank)


Die Eckbank, ein typisch österreichisches Möbelstück, ist für ihre Unverrückbarkeit bekannt. Einmal eingebaut, gibt sie den eingenommenen Wohnraum für gewöhnlich nicht mehr frei und steht dabei für Beständigkeit, Gemütlichkeit, Privatheit, Tradition und Konservativismus. In der Gemeinschaftsarbeit „pop up (Eckbank)” wird die Eckbank mitsamt Tisch mobil. Die Skulptur, welche ausschließlich aus Karton und Klebeband besteht, kann wie ein überdimensioniertes Buch auf- und zugeklappt werden



  •  1. Juli 2019 25. August 2019 /
Filmstill © Armin Wagner & Liddy Scheffknecht, pop up (Eckbank)
Filmstill © Armin Wagner & Liddy Scheffknecht, pop up (Eckbank)
Filmstill © Katharina Grafinger, memoria spongeae exornatus
Filmstill © Katharina Grafinger, memoria spongeae exornatus
Filmstill © Paul Spendier, ….
Filmstill © Paul Spendier, ….
Filmstill © Raphael Reichl, ttt touch me
Filmstill © Raphael Reichl, ttt touch me
Filmstill © Sebastian Doringer, The Boxer
Filmstill © Sebastian Doringer, The Boxer