6. Dezember 2019 - 13:59 / Aktuell 

Neben ihren vielen literarischen Publikationen ist die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker auch dafür bekannt, dass ihre Wohnung mit Zetteln und Manuskripten geradezu übersät ist. Jetzt aber dürfte die Autorin, die am 20. Dezember ihren 95. Geburtstag begeht, wieder etwas Luft in ihrem Domizil bekommen. Denn wie die Österreichische Nationalbibliothek bekanntgibt, hat man einen umfangreichen Teilvorlass der österreichischen Grande Dame der Lyrik erstanden.

Nach Abschluss der schrittweisen Akquisition der Materialien, die aus der seit Jahren unbenutzten früheren Schreibwohnung Mayröckers stammen, sollen es mehrere Hundert Archivboxen sein. Mayröcker erhält im Gegenzug 210.000 Euro, wie die Nationalbibliothek gegenüber der Nachrichenagentur APA sagte.

Der Betrag basiert auf einem Gutachten von Jürgen Thaler, Leiter des Franz-Michael-Felder-Archivs in der Vorarlberger Landesbibliothek. Bei den Materialien handelt es sich um Archivboxen voller Notizen, Textentwürfe, Briefe, Fotos, Zeichnungen, persönlicher Gegenstände und Widmungsexemplare von Freunden und Weggefährten. Der Neuzugang wird derzeit vom Literaturarchiv übernommen und umfassend dokumentiert, damit er für die Forschung und für Ausstellungen zur Verfügung steht.

Mayröcker veröffentlichte seit den 1950er Jahren weit über 100 Bücher, in ihrem Verlag Suhrkamp sind aktuell 35 Titel lieferbar, darunter Gesamtausgaben der Gedichte und der Prosa. Ein weiterer Teil von Mayröckers Vorlass befindet sich bereits in der Wienbibliothek im Rathaus.