25. März 2020 - 14:41 / Aktuell 

Der mit 25'000 Euro dotierte "Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur 2020" geht an den 71-jährigen slowenischen Romancier, Erzähler und Essayisten Drago Jancar. In ihrer Begründung weist die Jury darauf hin, dass es eine der grossen Stärken von Jancars Literatur sei, "am Einzelnen die Verwerfungen unserer Geschichte eindringlich nachvollziehbar zu machen".

Der 1948 in Maribor geborene Autor ist für seine in zahlreiche Sprachen übersetzten Werke wie etwa "Der Galeerensträfling" oder "Die Nacht, als ich sie sah" bereits vielfach ausgezeichnet worden. Zuletzt hatte Jancars 2017 im Original und 2019 in deutscher Übersetzung erschienener Roman "Wenn die Liebe ruht" für großes positives Echo gesorgt. Der slowenische Schriftsteller wechselt in diesem im besetzten Maribor des Jahres 1943 anhebenden Epos immer wieder Zeiten und Protagonisten und zeigt sich dabei erneut als großer Erzähler, Chronist und Humanist.

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird jährlich für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Im letzten Jahr ging die Auszeichnung an den französischen Autor Michel Houellebecq.

Die österreichische Staatssekretärin für Kunst und Kultur, Ulrike Lunacek (Grüne), gab gleichzeitig noch weitere Literaturpreisträger bekannt: So geht der Outstanding Artist Award für Literatur in diesem Jahr an Gertraud Klemm, der Österreichische Kunstpreis für Literatur an Kathrin Röggla. In der Kinder- und Jugendliteratur gehen die Auszeichnungen an die Illustratorinnen und Autorinnen Leonora Leitl und Renate Habinger. Den Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik sicherte sich Thomas Macho.