9. November 2020 - 17:36 / Aktuell / Literatur 

Der mit 20.000 Euro dotierte Österreichische Buchpreis geht in diesem Jahr an den 43-jährigen Wiener Schriftsteller Xaver Bayer. Bayer erhält den Preis für seinen Erzählband "Geschichten mit Marianne". Der Debütpreis, der mit einem Preisgeld von 10.000 Euro verbunden ist, wurde Leander Fischer für seinen Erstlingsroman "Die Forelle" zuerkannt.

Bayers "Geschichten mit Marianne" handelt in 20 miteinander verbundenen Storys von der Freundin des Ich-Erzählers, einer reichen und gefährlichen Femme fatale. Stets stachelt sie ihn an, neue "Erfahrungen" zu machen und "Abenteuer" zu erleben, woraufhin die alltäglichsten Situationen komplett aus dem Ruder laufen und mitunter in Horrorszenarien umschlagen. Für die Jury ist Bayers Buch ein "brillantes, facettenreiches Nachdenken über unsere Zeit", wie es zu Begründung heißt. "Die literarische Moderne wird in diesen Geschichten aufgerufen und souverän in unterschiedlichen Genres eingesetzt – von der Horrorgeschichte bis zur Fantasy-Szenerie."

Der jährlich vergebene Debütpreis geht 2020 an den oberösterreichischen Autor Leander Fischer. Er wurde 1992 geboren und lebt nach Studien in Wien, Berlin und Hildesheim aktuell in Hannover. 2019 gewann er mit seinem Text "Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf" den Deutschlandfunk-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Dieser Text bildet nun den Anfang seines 780-Seiten starken Debütromans "Die Forelle", der von den beiden Gmundener Fliegenfischern Ernstl und Siegi handelt.

Neben den 20.000 Euro Preisgeld für Bayer gibt es für die anderen Nominierten der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Für den Hauptpreis befanden sich noch Helena Adlers "Die Infantin trägt den Scheitel links" (Jung und Jung), Monika Helfers "Die Bagage" (Carl Hanser), Karin Peschkas "Putzt euch, tanzt, lacht" (Otto Müller Verlag) und Cornelia Travniceks "Feenstaub" (Picus) im Rennen um den Hauptpreis. Auch die beiden anderen Nominierten für den Debütpreis, nämlich Gunther Neumann mit "Über allem und nichts" (Residenz) und Mercedes Spannagels mit "Das Palais muss brennen" (Kiepenheuer & Witsch) – erhalten jeweils 2.500 Euro.

Aufgrund des erneuten Lockdowns wurden die PreisträgerInnen nicht im Rahmen eines Festaktes, sondern per Aussendung bekanntgegeben.