29. Dezember 2012 - 1:34 / Archiv / Sonstige 

Die in Kooperation mit renommierten Wissenschaftlern, und bedeutenden internationalen Museen vom Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin erarbeitete internationale Ausstellung setzt sich ein anspruchsvolles Ziel: Sie widmet sich sowohl den vielbeachteten architekturgeschichtlichen und bauästhetischen Aspekten des Werkes von Karl Friedrich Schinkel, als auch den europäischen Perspektiven, seinem Beitrag zur Wirtschaftsförderung in Preußen und erstmals systematisch auch den Geschichtsbildern im gesamten Schinkel"schen Kunstuniversum. Diese werden untersucht, bewertet und in anschauliche Bildarrangements übersetzt.

Die Ausstellung gleicht einer experimentellen Erzählung, einem integralen Blick, der die verschiedensten Künste und Themen miteinander verbindet: die Architektur, die Inneneinrichtung und das Kunstgewerbe, das Bühnenund Perspektivbild, die Malerei, die Zeichnungen und Graphik, die Bauten und Landschaften, die Ansichten und Phantasien, darunter Ikonen wie die Originalentwürfe zur "Zauberflöte", das wunderbare Kinderbildnis aus St. Louis oder die bedeutendsten Programmbilder des Frühen Historismus.

Die Ausstellung "Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie" wird zum 200. Jahrestag eines Ereignisses eröffnet, das im September 1812 stattfand: während der Besetzung durch Napoleon brannte die Stadt Moskau – von der russischen Militärverwaltung als strategische Maßnahme gegen die Besetzung Moskaus veranlasst. Dieses bildkräftige Ereignis ging als Wendepunkt der napoleonischen Kriege und der anschließenden Neuordnung Europas in die Geschichte ein. Wenige Monate später inszenierte Karl Friedrich Schinkel den "Brand von Moskau" in einem aufwendigen perspektivischen Schaubild. Es wurde zu einem von der Berliner Öffentlichkeit begeistert aufgenommenes Spektakel Weihnachten 1812.

Neben der Rekonstruktion jenes berühmten optischen Schaubildes nach den Entwürfen Schinkels wird ein weiteres Highlight der Ausstellung "Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie" ein großes didaktisches Modell des Alten Museums sein, dessen Herstellung für die Ausstellung durch das Kuratorium Museumsinsel gefördert wird.

Im Umfeld der Ausstellungsvorbereitungen wird seit 2009 ein gesondertes, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Forschungsvorhaben realisiert: "Das Erbe Schinkels". Ziel dieses Projektes ist die konservatorische Aufarbeitung, Digitalisierung und wissenschaftliche Katalogisierung des 5.500 Werke umfassenden Schinkel-Nachlasses im Berliner Kupferstichkabinett. Eine eigene Sektion in der Ausstellung wird darauf Bezug nehmen und unter Einsatz neuer Medien die Methoden und Ergebnisse von innovativer Forschung veranschaulichen – im Sinne des "Public Understanding of Research and Science", der vom Kupferstichkabinett traditionell angestrebten öffentlichen Vermittlung von Forschungsprozessen und dem daraus resultierenden Erkenntnisgewinn.

Ein umfangreiches Begleitprogramm u.a. mit Vorträgen, Diskussionen, Architekturführungen und einer Smartphone App mit Rundgängen zu den Wirkungsorten und Bauwerken Karl Friedrich Schinkels in Berlin und Brandenburg ergänzt die Ausstellung.

Karl Friedrich Schinkel. Geschichte und Poesie
7. September 2012 bis 6. Januar 2013

Kupferstichkabinett – Staatliche Museen zu Berlin
Ort: Sonderausstellungshallen Kulturforum
Eingang: Matthäikirchplatz, 10785 Berlin



  •  7. September 2012 6. Januar 2013 /
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Der Brand von Moskau, 1812/1813; © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett
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Schloss Orianda auf der Krim (antikischer Entwurf), Schnitt durch das Museum und den bekrönenden Tempel, 1838. © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett
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Die Sternenhalle der Königin der Nacht. Bühnenbildentwurf zur 2. Dekoration der Oper 'Die Zauberflöte', um 1815. © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Reinhard Saczewski
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Entwurf zum Salon der Wohnung Friedrich Wilhelms IV. im Berliner Schloss, 1824/1825. © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett
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Franz Krüger: Bildnis Karl Friedrich Schinkel, 1836. © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders