4. Juli 2016 - 4:17 / Aktuell 

Seit Ende der 1990er-Jahre arbeitet und experimentiert Claudia Märzendorfer mit einem Verfahren und Material, das ihrem Interesse am Unbeständigen und Vergänglichen und Unkontrollierbaren entgegenkommt. Die Künstlerin stellt Objekte aus gefrorenem Wasser oder Tinte her: ephemere Plastiken, deren Zerfallsprozess mit dem Zeitpunkt ihrer Präsentation einsetzt. Die Eisarbeiten sind eine Anti-Idee zur Skulptur, als Inbegriff des für die Ewigkeit geschaffenen, eingefrorenen dreidimensionalen Bildes.

Märzendorfer setzt die Skulptur in Bewegung und schafft einzigartige Situationen, die dank ihrer Instabilität Momente der Überraschung in sich bergen. Neben den Eisabgüssen, bestimmt ein weiteres Thema ihr Werk: Wie wir die Welt begreifen erkundet sie, in dem sie Räume zeichnerisch und fotografisch abtastet, zerlegt, frisch und anders wieder zusammensetzt. Der für den Bildraum Bodensee konzipierten Arbeit "kollektive Collage" liegt eben dieses Prinzip zugrunde. Die titelgebende Wandarbeit besteht aus 200 s/w-Fotografien, die in mehreren Lagen großformatiger Poster in dichten Reihen neben- und übereinander die Wand füllen. Sie zeigen eine von der Künstlerin festgelegte Raumflucht durch das alte Postamtsgebäude, in dem sich der Bildraum Bodensee befindet. Blättert man durch die Bilder dieser ortsspezifischen Collage, ergeben sich immer wieder zufällige Zusammensetzungen und neue Ansichten. Die BetrachterInnen werden somit aktiv in die Gestaltung miteinbezogen und daran erinnert, dass wir alle unsere Welt gestalten.


Claudia Märzendorfer
12. Juli bis 2. September 2016
Eröffnung: Sa 9. Juli, 19.30 Uhr

Bildraum Bodensee
6900 Bregenz, Seestraße 5, 2. Stock Eingang im Posthof
Öffnungszeiten: Di , Do 13 – 18 Uhr & Fr, Sa 11 – 16 Uhr