Der Klappentext: Der Godesberger Musikkritiker Nikolaus Alban bekommt geheimnisvollen Besuch, der eine nicht minder geheimnisvolle Partitur hinterlässt. Wer hat die rätselhafte Arie komponiert? Warum kann sie niemand singen? Was hat der Mord an einem Bonner Arzt, der brutal mit einer Beethovenbüste erschlagen wurde, damit zu tun?

Alban lässt das seltsame Musikstück nicht los. Er forscht nach und kommt einer Kette von Verbrechen auf die Spur - und schließlich einem mit allen Mitteln gehüteten Geheimnis. Und plötzlich war es, als sei das Ungeheure, das Unaussprechliche, das sich hinter der Musik, hinter Liszts Elegie und hinter der Arie verbarg, dasselbe. Dasselbe große Geheimnis.

Meine Gedanken zu dem Buch: Solch ein Roman darf mir nicht allzu oft in die Finger kommen, denn statt meine täglichen Arbeiten zu erledigen, vergrub ich mich in Buslaus Roman. Erst nach 333 Seiten widmete ich mich wieder allem Liegengebliebenen. Das Gift der Engel ist eben auch ein Gift für alle Engel (die traditionell ihren Haushalt picobello in Ordnung zu halten wissen) und für jeden Liebhaber klassischer Musik, sowie der guten Literatur. Ein Buch, das ich nicht nur las, sondern auch hörte. Eine wunderbare Kombination!

Einige der Aufnahmen, die Buslau (der Protagonist ist schließlich Musikkritiker) erwähnt, sind in meiner CD-Sammlung zu finden, und selbstverständlich kam ich nicht umhin, diese während des Lesens zu hören, und das ist ein Genuß der ganz besonderen Art. Einzig, was mich noch mehr beeindruckte, ist diese beachtliche fachliche Kompetenz des Autors. Da ich mich selbst mit diesen "Engeln wider Willen" eine Weile intensiv beschäftigte, zudem meine Musikalienhändler-Prüfung ausgerechnet in Bad Godesberg (wo Nikolaus Alban lebt) ablegte, wäre ich Buslau wahrscheinlich auf die Schliche gekommen, hätte er sich irgendwelche unglaubwürdigen Geschichten ausgedacht.

Überdies ist es ein Krimi, ganz nach meiner Façon: gewaltig indes gewaltlos! Beinahe jedenfalls. Lediglich ein Schuß (nein, keinesfalls einer in den Ofen!) und ein kurzer Schlag auf den Hinterkopf (welcher jedoch dem Denkvermögen des Herrn Alban nichts anzuhaben vermochte!). Buslau versteht es hervorragend, geistreiche Spannung ohne diese "buchstäbliche" Darstellung von Gewalt zu erzeugen. Neben dem Musikkritiker Nikolaus Alban entwickelte Oliver Buslau Charaktere, die er derart interessant und eindrucksvoll zu beschreiben versteht, dass ich jeden einzelnen, sobald er auf der Bildfläche erschien, sofort wieder zuzuordnen wusste.

Einzig, was mir Freude bereitete, als ich am Ende dieses Romans angelangt war, war die Liste der Schallplatten-und CD-Aufnahmen, die der Autor im Anhang zur Verfügung stellt!

Oliver Buslau: Das Gift der Engel
Broschiert: 333 Seiten
Verlag: Emons
ISBN-10: 3897054809
ISBN-13: 978-3897054806
EUR 9,90



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