Vorarlberger Holzbaupreis für "Theatrum Anatomicum"

10.07.2009

Sieben Tage – vom 7. bis 13. Juli 2007 – hatte das «Theatrum Anatomicum» im Rahmen der 10 Jahres Feier des Kunsthaus Bregenz für die von Paul Renner initiierten Live-Performances seine Pforten geöffnet. Vor Publikum wurden dort Speisefolgen experimentell arbeitender Küchenchefs zelebriert. Das «Theatrum Anatomicum» als Gesamtkunstwerk stand in der Tradition vorhergehender Inszenierungen des von Paul Renner gegründeten Hell Fire Dining Clubs – der erstmalig jedoch in einem eigens dafür konzipierten Gebäude statt fand.


Ausgangspunkt des Entwurfs war das historische Teatro Anatomico in Padua: Jenem Anatomiesaal der Renaissance, in denen die Studenten auf konzentrisch gestaffelten Galeriegeschossen den Vorlesungen und Seziervorführungen des im Zentrum stehenden Dozenten folgen konnten. Das Wiener Architekturbüro SQUID entwarf einen Körper, der diese komprimierte spannungsvolle räumliche Wirkung erzeugt.

Die Bauplastik des Theatrum Anatomicum war die stringente Übersetzung der inhärenten Struktur des historischen Teatro Anatomico und des Hell Fire Dining Clubs. SQUID interpretierte das Gebäude in der skulpturalen abstrahierten Form eines Tierschädels, der als expressive Hülle für einen hochverdichteten Innenraum wirkte und zugleich die anatomisch geprägte Kunst Paul Renners reflektierte.

Die 12 Meter hohe Gebäudeinstallation wurde in einer Holzrippenkonstruktion gefertigt und mit einer transluzenten Membran bespannt, die die amorphe Geometrie des Körpers nachvollzog. Der Innenraum bot Platz für 133 Personen und wurde entsprechend des originalen Seziersaals mit umlaufenden Galeriegeschossen versehen, deren Brüstungen zugleich als Tische diente, um den fokussierten Blick in die Tiefe zum Mittelpunkt der «Bühne» zu forcieren.

Am 2. Juli 09 wurde das Theatrum Anatomicum mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2009 in der Kategorie innovative Holzanwendungen ausgezeichnet. Die Jury, bestehend aus Roland Gnaiger, Bregenz; Dominique Müller-Gauzin, Stuttgart; und Marianne Burkhalter, Zürich vergab 12 insgesamt Preise aus 157 Einreichungen.

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