Buchtipp im Juli 09

02.07.2009 Irene Selhofer

So etwas erwartet man sich ja wirklich nicht von einem türkischen Schriftsteller aus Istanbul: Es häufen sich Todesfälle – nicht nur in Istanbul – doch alle aus der Transvestiten-Szene, dem Istanbuler Rotlichtviertel. Natürlich gibt sich die Polizei gerne mit der Todesart «Unfall» zufrieden. Nachtclubbesitzerin, Femme fatale und Computerspezialist mit manikürten Händen nimmt die Ermittlung auf. Der Vorname aller Getöteten ist der Name eines Propheten und die Todesart des jeweiligen Märtyrers.


Der Schriftsteller Mehmet Murat Somer versucht in seinen Krimis ein Tabu seiner türkischen Heimat zu brechen: die Prostitution von Transvestiten und Transsexuellen. Somer erzählt das nicht als Sozialanklage oder Psychodrama, sondern belässt seinen brisanten Stoff im Grenzgebiet zwischen Überzeichnung und vagem Realitätsbezug.

Ein bisschen Erotik, ein bisschen Brutalität und sicher einer der schrägsten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Somer, Mehmet Murat: Die Propheten-Morde
Ein Hop-Çiki-Yaya-Thriller
Tropen Vlg., 2009, 239 S., EUR 17.40

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