Buchtipp im Juni 09

12.06.2009 Irene Selhofer

«Ich habe Vater nach oben geschafft», so fängt der Roman «Oben ist es still» von Gerbrand Bakker an. Helmer van Wonderen will sein Leben in den Griff bekommen und räumt auf. Nach dem Unfalltod seines Zwillingsbruders bleibt er nicht nur als unvollkommene Hälfte sondern auch als «zweite Wahl» zurück.


Er muss auf Wunsch des autoritären Vaters das Studium abbrechen und am Bauernhof arbeiten, um ihn später zu übernehmen. Als er sich entschliesst, den Vater in den ersten Stock – aus dem Weg – zu schaffen und die Räume des Erdgeschosses zu entrümpeln, erkennt er, dass er sich immer widerstandslos und gekränkt in sein Schicksal gefügt hat.

Der Roman besticht durch die präzise Sprache, den genauen Beobachtungen von Mensch und Natur und der Skurrilität, mit der die grossen Fragen des Lebens aufgeworfen werden.

Gerbrand Bakker, Niederländ. Schriftsteller, Studium der Sprach- und Literaturwissenschaft, Übersetzer von Untertiteln für Naturfilme, diplomierter Gärtner, Autor eines etymologischen Wörterbuchs für Kinder und eines Jugendromans und nun Autor dieses bemerkenswerten Romans.

Bakker, Gerbrand: Oben ist es still. Roman
Suhrkamp Vlg., 2008, 315 S., EUR 20.40

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