Nigeria - immer gut für eine Story

26.07.2007

«Nigeria Connection» ist sozusagen eine Ergänzung zur Ausstellung im Völkerkundemuseum Wien «Benin - Könige und Rituale ...». Peter M. Roese hat nämlich einige Zeit in der alten schwarzafrikanischen Metropole Benin City verbracht und verfügt über entsprechende Insiderkenntnisse. Pure Abenteuerlust, verbunden mit beruflichen Belangen, führten den 1944 in Erlangen geborenen Techniker rund um den Globus. Da gab es genug Gelegenheit Material für den vorliegenden Thriller zu sammeln, dessen Handlung größtenteils in Nigeria, aber auch in Benin Republic, Kamerun und Kenia spielt.


Der Inhalt von «Nigeria Connection» ist rasch erklärt: Der Protagonist Marcel arbeitet zu Beginn der 70er Jahre in Nigeria. Zunächst ist er bei einer privaten Firma in Lagos, danach, als «Beamter auf Zeit», bei der lokalen Verwaltung in Benin City. Er und sein nigerianischer Freund Sule, ein Polizeioffizier, geraten unversehens in einen tödlichen Strudel politischer Verschwörungen und Mordanschläge. Ausgelöst werden die Ereignisse durch Marcels Doppelgänger, einen eiskalten Auftragskiller. Alles beginnt damit, daß man Marcel in Lagos in ein Gefängnis lockt, wo ihn die graue Eminenz, der «Smoker» und dessen Folterspezialisten bereits erwarten. Die Lage spitzt sich dramatisch zu als anläßlich der Eröffnung des University Teaching Hospitals in Benin City ein Attentat auf das nigerianische Staatsoberhaupt durchgeführt werden soll ...

Gleich auf den ersten Seiten merkt man, dass Roese jene Orte und Landstriche kennt, über die er berichtet. Souverän ergeht er sich im pulsierenden afrikanischen Lokalkolorit, beschreibt den Arbeitsalltag, chaotische Verkehrsverhältnisse, eine Gerichtsverhandlung , rauschende Parties, seltsame afrikanische Bräuche, eine öffentliche Exekution, Jagdszenen im Urwald, das Urteil eines Jujudoctors, die Arbeit eines traditionellen Holzschnitzers, pikante Liebesabenteuer und vieles mehr ... Daneben behandelt er den Rassismus, vermittelt Eindrücke vom Leben der «Mammies», der afrikanischen Frauen, die einem Fahrzeug den Namen gaben und deren Leben meist von harter Arbeit geprägt ist und ... und ... und ...

Liebhaber exotischer, geheimnisvoller Thriller und undurchsichtiger Geheimdienstgeschichten finden hier das was sie schon lange gesucht haben. Nebenbei lernt der Leser auch so einiges über die Eigenheiten der Yoruba, Haussa, Ibo, Edo (Bewohner Benins) und anderer Ethnien.


Nigeria Connection von Peter M. Roese. Erschienen im Rhombos-Verlag, Berlin. 432 Seiten, 23,80 Euro. ISBN 978-3-938807-17-0.

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