Hohenemser Literaturpreis 2009

03.02.2009

Die PreisträgerInnendes Hohenemser Literaturpreis 2009 stehen fest: Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis wird zwischen Michael Stavaric (Wien) und Agnieszka Piwowarska (Berlin) aufgeteilt. Einen Anerkennungspreis in Höhe von 3000 Euro erhält Susanne Gregor (Wien). Die Preisverleihung und Vorstellung der Texte erfolgt im Rahmen einer Veranstaltung im Juni.


Der von der Stadt Hohenems erstmals 2009 verliehene «Literaturpreis für deutschsprachige AutorInnen nichtdeutscher Muttersprache» richtet sich ausschließlich an LiteratInnen, deren Muttersprache ursprünglich nicht Deutsch ist. Eingereicht werden konnten unveröffentlichte deutschsprachige Prosatexte von maximal zehn Seiten, welche nicht nur migrantische Fragen, sondern in freier Themenwahl das Ineinandergreifen verschiedener kultureller Traditionen und biographischer Prägungen vor dem Hintergrund einer sich beständig wandelnden Gegenwart thematisieren.

Die Jury, bestehend aus Michael Köhlmeier, Zsuzsanna Gahse, Anna Mitgutsch, Doron Rabinovici und Zafer Senocak wählte unter den ihr anonym vorliegenden Einsendungen die besten Texte aus. Der Großteil der Beiträge stammt von im deutschsprachigen, mitteleuropäischen Raum lebenden AutorInnen, aber auch von VerfasserInnen, die beispielsweise in Brasilien, Norwegen, Ägypten oder Großbritannien wohnhaft sind und sich auf Deutsch literarisch ausdrücken.

Die Auswahl unter den Einsendungen fiel der Jury schwer; schließlich entschied sie sich, den Hauptpreis von 10.000 Euro zu gleichen Teilen zwischen den AutorInnen Michael Stavaric und Agnieszka Piwowarska aufzuteilen: Michael Stavaric, geboren 1972 in Brno (Tschechoslowakei), lebt seit seiner Kindheit in Österreich und ist als freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien tätig. 2008 erschien sein Roman «Magma» im Residenz-Verlag. Michael Stavaric ist unter anderem Träger des Literaturpreises der Akademie Graz und des Chamisso-Preises; 2007 wurde er zum Ingeborg-Bachmann-Preis eingeladen. Die Jury des Hohenemser Literaturpreises hatte er mit seinem Prosatext «Geister» überzeugen können.

Agnieszka Piwowarska wurde 1978 in Gdansk (Polen) geboren, und lebt seit 1987 in Deutschland. Die ausgebildete Schauspielerin, die unter anderem in dem Cannes-Film «Summer Palace» zu sehen war, studierte an der Hamburg Media School im Fachbereich Drehbuch und lebt in Berlin. Für ihr Skript zu dem Kurzfilm «Einladung» erhielt sie 2006 den 1. Preis der Jury beim Internationalen Filmfestival in St. Petersburg. Ihre Erzählung «Oktober», für welche sie den Hohenemser Literaturpreis erhält, wird sie erstmals im Zuge der Preisverleihung einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Frühe Prosatexte hatte sie bereits in einer von den Berliner Festspielen herausgegebenen Anthologie im Rahmen des «Treffens Junger Autoren» veröffentlicht.

Der diesjährige Anerkennungspreis wurde für die kurze Erzählung «Schwarzer Zucker» zugesprochen: Dessen Verfasserin, Susanne Gregor, 1981 in der Slowakei geboren, lebt seit 1990 in Österreich. Die junge Autorin leitet Integrationskurse und ist stellvertretende Chefredakteurin des «Österreich Spiegel», einer Zeitschrift für den «Deutsch als Fremdsprache»-Unterricht. 2008 erschien ihre erste Veröffentlichung, eine Kurzgeschichte in der Anthologie «Rote Lilo trifft Wolfsmann. Literatur der Arbeitswelt».

Die PreisträgerInnen werden am Samstag, den 20. Juni 2009 ihre prämierten Texte persönlich gemeinsam mit der Jury erstmals im Rahmen einer Preisverleihung im Hohenemser Salomon-Sulzer-Saal, der ehemaligen Synagoge, vorstellen.

  • Gregor Susanne
  • Piwowarska Agnieszka; Foto: Michael Maier
  • Stavaric Michael; Foto: Lukas Beck

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