Buchtipp im Januar 09

28.01.2009 Irene Selhofer

Spät, aber doch noch. Der Buchtipp für den Januar - dafür aber gleich in doppelter Ausfertigung: Margaret Atwood, berühmte Romanschriftstellerin, beschäftigt sich erstmals mit einem Sachthema, den Voraussetzungen und Hintergründen der Finanzmisere, punktgenau zur Krise und Ursula Krechel hat anhand von Schicksalen nach Shanghai geflohener Juden einen Roman vorgelegt.


Atwood, Margaret: Payback. Schulden und Schattenseiten des Wohlstands
Berlin Vlg., 2008, 264 S., EUR 18.60

Ich zitiere einen Kunden, der soeben das Buch gelesen hat: «Die Atwood fand ich ganz gut. Einleuchtende Erklärungen, dass sowohl Schuldner als auch Gläubiger gleichermassen Schuld an Missständen haben, Ursachen und weitere Tendenzen des Weltwirtschaftszustandes. Sie bietet selbstverständlich und dankenswerterweise keine Lösung.»

Krechel, Ursula: Shanghai fern von wo. Roman
Jung und Jung Vlg., 2008, 500 S., EUR 29.90

Wussten Sie, dass eine Wienerin in Shanghai die Frühlingsrolle «erfand»? Ursula Krechel hat anhand einiger Schicksale der nach Shanghai geflohenen Juden, einen Roman vorgelegt, in dem man nicht nur über die Menschen liest, die in der so anderen Welt keinen Halt gefunden haben, sondern auch über Shanghai selbst. Die Flüchtlinge wurden in den von den Vietnamesen zerstörten Häusern untergebracht, die dadurch wieder notdürftig bewohnbar gemacht wurden. Wer sich nicht an die asiatische Mentalität anpassen konnte, hatte keine Chance, sich finanziell über Wasser zu halten. Das Thema ist gründlich recherchiert und so einfühlsam geschrieben, dass man sich in die bedauernswerten Figuren hineinversetzen kann.

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