Beziehungen und Begegnungen in der Litaraturszene

20.12.2008

Der Arche Literaturkalender thematisiert in der Ausgabe 2009 «Beziehungen und Begegnungen». Es geht dabei um verschiedenste Verbindungen: zwischen Männern und Frauen, Geschwistern, Freunden, Eltern und Kinder, aber auch zwischen Autoren und Verlegern. Zu Wort kommen Thomas Bernhard, Bruce Chatwin, Natalia Ginzburg, Heiner Müller und viele andere.


Wer ihn einmal gehabt hat, will ihn immer haben: Den Arche Literaturkalender. Seit einem Vierteljahrhundert ist er für Freunde der Literatur zu so etwas wie einer Institution geworden. Mit unbekannten Fotos, zusätzlichen Informationen zu Bild und Text sowie Kurzbiographien lädt dieser Kalender auch diesmal wieder Woche für Woche an den jeweiligen Geburts- oder Todestagen der AutorInnen zu literarischen Neu- und Wiederentdeckungen ein.

Das Thema der neuen Ausgabe lehnt sich an dasjenige von 1985 an, als der Literatur Kalender zum ersten Mal erschienen ist: Beziehungen & Begegnungen. Wenn Hans Arp etwa um seine Frau Sophie trauert, wenn Hugo von Hofmannsthal nach der ersten Begegnung mit Stefan George «einem, der vorübergeht» nachruft, wenn Colette charmant, aber treffend die Eifersüchteleien ihres Mannes schildert oder wenn James Joyce relativ distanziert seiner Verlegerin Sylvia Beach dankt, so sind es immer Gedanken oder Erinnerungen an lebenslange oder flüchtige, selten glückhafte, oft schmerzvolle Beziehungen und Begegnungen, mit denen sich jede, jeder durchaus identifizieren kann.

Dass die Enttäuschung eines Autors über einen Misserfolg stets eine Vertrauenskrise zum Verleger auslöst, beweist etwa ein Schreiben von Thomas Bernhard an Siegfried Unseld (11. Juli 1968): «Lieber Dr. Unseld, ... Was die Honorarfrage betrifft, so sind wir tatsächlich anfangs grosszügig verfahren und ich habe geglaubt, wenn ich mich drei Jahre mit meinem Roman »Verstörung« herumschlage, dann ist ein grosser Teil meines Darlehens abgetragen. Dass ein so grosser und so guter Verlag wie der Ihre aber nicht mehr als tausendachthundert Exemplare verkaufen hat können, ist so absurd, dass das kein Mensch glaubt, wenn ich das sagte, denn selbst wenn ich ganz alleine mit meinem Rucksack durchs Land ginge, verkaufte ich in vier Wochen sicher mehr. Die Enttäuschung ist die grösste wie auch die grösste Unverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass das Buch die allerbesten Kritiken, alles in allem den besten Wirbel gehabt hat usf. ... Ich rede nicht mehr weiter, sage aber doch, dass ich eine grosse Chance, wenigstens aber drei Jahre Arbeit verpulvert bekommen habe... Herzlich Ihr Thomas Bernhard»

Der Arche Literatur Kalender hat übrigens seit vergangenem Jahr ein neues Gesicht: Der langjährige Gestalter Max Bartholl hat der Publikation ein verjüngtes Outfit gegeben: neue Typographie, mehr Information, reichhaltigere Kost, die Appetit auf noch mehr punkto Literatur macht.


Arche Literatur Kalender 2009
Thema: Beziehungen & Begegnungen
Herausgegeben von
Klaus Blanc und Elisabeth Raabe
Gestaltung: Max Bartholl
Fotoauswahl: Regina Vitali
61 Blätter. 60 vierfarbige Abb.
24 x 28 cm
EUR 19,–/sFr. 33.–
ISBN 978-3-7160-6009-4
Arche Kalender Verlag,
Zürich-Hamburg 2008

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