Vorschau auf die 54. Solothurner Filmtage

15.12.2018 Walter Gasperi

24.01.2019 bis 31.01.2019  Solothurner Filmtage

Unter dem Motto «Freiheit, Ideale und Spiritualität» bieten die Solothurner Filmtage vom 24. bis 31. Januar 2019 mit 165 kurzen und langen Filmen wiederum einen Überblick über das aktuelle Schweizer Filmschaffen.


Eröffnet werden die 54. Solothurner Filmtage mit Aron Nicks Dokumentarfilm «Tscharniblues II». 40 Jahre nachdem sein Onkel Bruno, sein Vater Bernhard und ihre Freunde im Berner Tscharnergut den Spielfilm «Dr Tscharniblues» drehten, spürt Nick darin dem Leben von fünf heute 60-Jährigen in diesem Hochhausquartier nach.

Neben «Tscharniblues II» konkurrieren fünf weitere Dokumentarfilme und drei Spielfilme um den mit 60.000 Schweizer Franken dotierten «Prix de Soleure». Franny Bräuning, die 2009 mit «No More Smoke Signals» den ersten «Prix de Soleure» gewonnen hat, dokumentiert in ihrem Roadmovie «Immer und Ewig» die Reise ihres Vaters und ihrer seit 20 Jahren vom Hals abwärts gelähmten Mutter mit einem Wohnmobil quer durch Südeuropa, während Adrien Bordone in «Alexia, Kevin und Romain» drei 18-Jährige porträtiert.

In den Norden Bangladeschs entführen dagegen Mark Olexa und Francesca Scalisi, die für «Digitalkamera» vier Jahre lang die junge Rupa mit der Kamera begleiteten, und dokumentieren, wie Rupa versucht dem Leben als Schwerstarbeiterin in einer Teeplantage und der drohenden Zwangsheirat zu entgehen. Einen Gegenentwurf zum Neoliberalismus stellt Nino Jacusso vor, der in «Fair Traders» auf Leben und Arbeit einer Baumwollproduzentin, einer Textilunternehmerin und einer Biobäuerin, die nachhaltige und ethische Grundsätze bei der Produktion in den Vordergrund stellen, blickt.

Hercli Bundi wiederum porträtiert in «Eisenberger – Kunst muss schön sein, sagt der Frosch zur Fliege» den 40-jährigen österreichischen Künstler Christian Eisenberger, während Elsa Amiel in ihrem Spielfilmdebüt «Pearl» von einem Bodybuilding-wettbewerb für Frauen erzählt. Mit Hans Kaufmanns «Der Büezer» konkurriert ein weiteres Spielfilmdebüt um den «Prix de Soleure». Im Zentrum steht hier ein junger Mann, der sich nach dem Tod seiner Eltern neu orientieren muss. Jeshua Dreyfus erkundet schließlich in «Sohn meines Vaters» die Befindlichkeiten einer aufgeklärten Familie.

Fünf Dokumentarfilme und sieben Spielfilme laufen im Wettbewerb um den mit 20.000 Schweizer Franken dotierten «Prix du Public». Gespannt sein darf man hier auf Stefan Haupts Spielfilm über das Leben des Reformators Huldrych Zwingli («Zwingli») ebenso wie auf den Dokumentarfilm «Architektur der Unendlichkeit», in dem Christoph Schaub das Gefühl der Transzendenz, das Räume auslösen können, erforschen will und dazu durch die Jahrhunderte abendländischer sakraler Bauwerke führt.

Martin Witz zeichnet in dem Dokumentarfilm «Gateways to New York» das Leben des Schweizer Ingenieurs Othmar H. Ammann nach, der mit seinen Hängebrücken wie der Golden Gate Bridge Ikonen der Moderne schuf. Auch Stéphane Goël rückt in «Insulaire» einen Schweizer Auswanderer in den Mittelpunkt: den Berner Aristokraten Alfred von Rodt, der sich 1877 mit ein paar Männern auf einer winzigen chilenischen Insel niederließ und dort zahlreiche Projekte startete, um die Ressourcen dieser Felsinsel zu nutzen. Der Film aber erzählt auch von den Nachkommen des Emigranten, die auf dieser Pazifikinsel ihr helvetisches Erbe pflegen.

Einen starken Eindruck hinterließ schon beim Filmfestival Locarno Antoine Russbachs Spielfilmedebüt «Ceux qui travaillent», in dem ein von Olivier Gourmet großartig gespielter erfolgreicher Angestellter eines Frachtunternehmens in eine schwere Krise stürzt, als er einen Menschen für das Wohl der Firma opfert. Ebenfalls schon in Locarno zu sehen war Bettina Oberlis waschechtes Melodram «Le vent tourne».

Weltpremieren feiern in Solothurn dagegen unter anderem der Dokumentarfilm «Ly-Ling und Herr Urgesi», in dem Giancarlo Moos auf die schwierige Zusammenarbeit zwischen einer chinesischen Modedesignerin und einem Schweizer Feinmaßschneider blickt, sowie Frédéric Choffats und Julie Gilberts Spielfilm «My Little One». Choffat/Gilbert erzählen darin von zwei Männern, die nach einem Anruf einer Frau, die sie einst leidenschaftlich liebten, zu dieser in die USA reisen.

In der Programmschiene «Upcoming» werden wieder junge Talente vorgestellt, während die «Rencontre» mit dreizehn Filmen Einblick in das Schaffen des Schauspielers Bruno Todeschini bietet. Die Sparte «Histoire du Cinéma Suisse: Schweizer Filme neu entdecken» wirft nicht nur einen Blick auf die Schweizer Filmgeschichte, sondern erinnert auch an die beiden in diesem Jahr verstorbenen Filmemacher Alexander J. Seiler und Yves Yersin.

Die Sparte «Fokus» rückt anlässlich eines neuen Koproduktionsabkommens zwischen Mexiko und der Schweiz das Filmland Mexiko in den Mittelpunt und bietet mit rund zehn Filmen, darunter auch Carlos Reygadas´ «Nuestro Tiempo», sowie Diskussionen Einblick in das Filmschaffen des mittelamerikanischen Landes. Dazu kommen wie gewohnt vielfältige Rahmenveranstaltungen und Ehrungen.

Solothurner Filmtage
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  • Tscharniblues II (Aron Nick)
  • Immer und ewig(Franny Bräuning)
  • Fair Traders (Nino Jacusso)
  • Pearl (Elsa Amiel)
  • Zwingli (Stefan Haupt)
  • Gateways to New York (Martin Witz)
  • Insulaire (Stéphane Goël)
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