Phantastisch revolutionär

24.10.2018 Rosemarie Schmitt

Die Gründerin des «Allgemeinen Deutschen Frauenvereins» (Luise Otto-Peters) starb, die Röntgenstrahlen wurden entdeckt, Richard, der Strauss, schrieb seine sinfonische Dichtung «Till Eulenspiegels lustige Streiche», Segantini vollendete sein Gemälde «Werden, Sein und Vergehen», Freud und Breuer schrieben Studien über Hysterie und Paul Hindemith wurde geboren. Dies und noch Vieles mehr geschah im Jahre 1895. 100 Jahre später kam er in Berlin zur Welt. Er, der ein wunderbarer Musiker werden sollte: Christoph Heesch!


Mehr über diesen herausragenden Cellisten wurde bereit geschrieben, also weshalb das Rad nochmal erfinden ... Lesen Sie Interessantes über Heesch hier: https://www.bkw-net.de

Wie Sie nun sicherlich gelesen haben, erschien im September seine Aufnahme "The Golden Age - Cello 1925" (GENUIN Classics). Gemeinsam mit dem jungen Ensemble Eroica Berlin spielte der Cellist Christoph Heesch je ein Werk von Paul Hindemith, Jacques Ibert, Ernst Toch und Bohuslav Martinu. Die vier Werke haben die Gemeinsamkeit, dass sie sich mit stark reduziertem Orchester auf ein "Konzentrat der Instrumentalmusik" festlegen.

Die Musiker von Eroica Berlin suchen mit Energie und Enthusiasmus nach Wegen, der klassischen Musik in der Gesellschaft der Zukunft die zentrale Stellung einzuräumen, welche sie in ihrem eigenen Leben bereits besitzt, und hat im ehemaligen Stummfilmkino Delphi in Berlin seine künstlerische Heimat gefunden. www.eroicaberlin.de

Die Komponisten wurden geboren in den Jahren 1887 bis 1895. Sie schrieben Musikliteratur für Celli in erster, und andere Orchesterinstrumente in zweiter Linie.

"Es ist mir ein großes Anliegen, diese Fragen mit einem Blick auf die Werke vier fantastischer Komponisten aus vollkommen unterschiedlichen Kulturkreisen, Schulen und Einflüssen zu betrachten (...)", sagte Heesch. Paul Hindemith sagte 1922 (so las ich im Harenberg Komponistenlexikon aus dem Jahre 2001): "Analysen meiner Werke kann ich nicht geben, weil ich nicht weiß, wie ich mit wenigen Worten ein Musikstück erklären soll. Ich schreibe lieber ein neues in dieser Zeit." Recht hatte er! Der zweite Komponist im Bunde, der Franzose Jacques Ibert vertrat die Meinung: "Genie ist 1 Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration." Wenn er Recht hat, muss er ganz schön geschwitzt haben. Noch bis kurz vor seinem Tode soll der 1887 in Wien geborene und 1964 in Los Angeles gestorbene Komponist Ernst Toch sich für den "meistvergessenen Komponisten des 20. Jahrhunderts" gehalten haben. Toch toch, das soll er gesagt haben!

Ob Bohuslav Martinu auch etwas sagte, weiss ich nicht. Also, er sagte ganz gewiß etwas, nur, nichts, was sich als humorvolles Zitat verwenden ließe. Möglicherweise schenkte man seinen Worten jedoch auch nicht so viel Gehör, wie seinen Kompositionen.

The Golden Age

Die Kompositionen des Albums "The Golden Age" sind mutig und revolutionär. Es sind musikalische Phantastereien im positiven Sinne, sind Innovationen der Vorgänger, aus denen die heutigen Musiker Ideen für ihre Zukunft schöpfen. Ganz im Sinne von Christoph Heeschs Idee.


In diesem Sinne herzlichst,
Ihre Rosemarie Schmitt

  • Eroica Berlin unter der Leitung von Jakob Lehmann. Foto: Peter Adamik

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