Düsenjäger - Jet Pilot

15.11.2018 Walter Gasperi

Ein amerikanischer Air Force Colonel verliebt sich in eine russische Pilot, die vorgibt in den USA um Asyl anzusuchen, aber in Wirklichkeit als Spionin arbeitet. Bei Explosive Media ist Josef von Sternbergs Liebeskomödie, das auch John Wayne und Janet Leigh nicht retten können, auf DVD und Bluray erschienen.


Eine schwere Geburt war dieser Film. Schon 1950 hatte ihn Josef von Sternberg abgedreht, doch der Produzent Howard Hughes war mit den Flugszenen nicht zufrieden, sodass er sie neu drehen ließ, um den Film aufzupeppen. 1953 war der Nachdreh abgeschlossen, doch dann verschwand das Material im Schneideraum, wo es mehrfach umgeschnitten wurde. Erst 1957 kam «Düsenjäger» so in die Kinos – und verschwand auch gleich wieder aus diesen.

Flugszenen allein können einen Film nun mal nicht tragen und die Story an sich entwickelt weder Dramatik noch Witz. Routiniert spielen John Wayne und Janet Leigh ihre Rollen herunter, aber nie hat man das Gefühl, dass es zwischen ihnen funkt und auch die Dialoge zünden nicht.

Nie spürt man hier die knisternde Erotik, die Josef von Sternberg in den 1930er Jahren in seinen Filmen mit Marlene Dietrich aufbaute, lustlos wirkt seine Regie. Unklar ist freilich aufgrund der vielfältigen Nachbearbeitung, wie viel von Sternberg im fertigen Film noch drin steckt. Eine nette Variante eines Liebesballetts sind zwar die Szenen, in denen Wayne und Leigh parallel durch die Lüfte fliegen, aber das ist doch zu wenig.

Sowohl komödiantisches als auch dramatisches Potential hätte die Geschichte über eine Russin, die mit einem Kampfflugzeug in die USA flüchtet und dort vorgibt um Asyl anzusuchen, in Wirklichkeit aber als Spionin arbeitet. Ernst Lubitsch hat schon 1939 mit «Ninotschka» eine meisterhafte Komödie über eine linientreue Kommunistin gedreht, die in der Weltstadt Paris langsam auftaut. Auch hier ist Janet Leighs Anna begeistert von den Bequemlichkeiten und dem Luxus, den die USA bieten, doch müde kommt das herüber.

Recht plump wird auch dieser amerikanischen Welt der sowjetische Alltag gegenübergestellt, wenn die Amerikaner den Spieß umdrehen, nachdem die Identität der Russin aufgeflogen ist, und Wayne mit ihr in die Sowjetunion flieht, um nun seinerseits dort zu spionieren. Statt in großzügigen Wohnungen lebt man hier in bescheidenen Holzhütten, die Straßen sind nicht asphaltiert und ein gutes Steak scheint es im ganzen Großreich nicht zu geben.

So plätschert die hanebüchene Handlung dahin, ohne dass ein Aspekt vertieft oder ein Akzent gesetzt würde. Außer den spektakulären Flugszenen, die mit Unterstützung der US Air Force entstanden, bleibt nicht viel in Erinnerung.

An Sprachversionen bieten die bei Explosive Media erschienenen DVD und Bluray die englische Originalfassung und die deutsche Synchronfassung sowie Untertitel in diesen beiden Sprachen. Die Extras beschränken sich auf den Trailer, Werbematerial und Fotos vom Filmset.

Trailer zu «Düsenjäger - Jet Pilot»

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