Gottfried Bechtold erhält den großen Kunstpreis der Klocker Stiftung 2018

20.09.2018

Der große Kunstpreis der Klocker Stiftung wird 2018 an Gottfried Bechtold verliehen. Die Jury der Klocker Stiftung würdigt mit der Zuerkennung des Preises das außergewöhnliche Lebenswerk des österreichischen Künstlers. Der Kunstpreis der Klocker Stiftung zählt zu den höchstdotierten Kunstpreisen Österreichs. Anlässlich des Preises wird Gottfried Bechtold eine Ausstellung in der Galerie Goldener Engl in Hall in Tirol gewidmet.


Der Kunstpreis der Klocker Stiftung ist das zentrale Instrument der Kunstförderung im Sinne der Stifterin Emmy Klocker. Er wird seit 2014 und in der Folge alternierend als Hauptpreis und als Förderpreis vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer Jury nominiert. Den Intentionen der Stifterin entsprechend wird der Preis in den Bereichen Malerei und Skulptur vergeben, deren Begriffe zeitgemäß erweitert aufgefasst werden. Ausgezeichnet werden lebende Künstlerinnen und Künstler, deren Werk exemplarisch für die Entwicklung der österreichischen Kunst und von internationaler Bedeutung ist. Die bisherigen Hauptpreisträger/innen waren Lois Weinberger (2014) und Martha Jungwirth (2016).

Gottfried Bechtold (*1947) gehört zu den herausragenden Künstlerinnen und Künstlern Österreichs. Bechtold arbeitet im Spannungsfeld von Skulptur und neuen Medien. Fotoserien, die den Bildbegriff und seine vorgebliche Glaubwürdigkeit befragen, zählen ebenso zu seinem Werk wie Videos und bildhauerische Arbeiten. Sein wahrscheinlich bekanntestes Werk ist der sogenannte «Betonporsche» aus den frühen 1970er-Jahren. Spätestens seit seiner Teilnahme an der legendären documenta 5 1972 ist der heute 70-jährige international erfolgreich.

Auf der Silvretta versieht Bechtold einen von Zwangsarbeitern während den 1940er-Jahren errichteten Stausee mit seiner Signatur. Er weist auf vergessene Autorschaft und leidvolle Geschichte hin. 2016 richtet das Linzer Lentos eine Personale für Bechtold ein, im selben Jahr stellt er im Kunstraum Dornbirn eine von einer Eisenbahnschiene durchbohrte Marienfigur aus, die sein Onkel, der Bildhauer Albert Bechtold, meißelte. Physik und Glaube, Technik und Tod, Last und Leid sind die Themen, die über diese ungewöhnliche Kombinatorik kurzgeschlossen werden.

Biografisch bemerkenswert ist Gottfried Bechtolds bewusst gewählte Verortung in Vorarlberg, abseits der Kunstmetropolen. Dass also große Kunst auch in einem regionalen Umfeld entstehen kann, beeindruckte nicht nur die Jury, sondern ist auch beispielgebend für das Arbeiten jüngerer Künstlerinnen und Künstler. Die Jury der Klocker Stiftung würdigt den in Vorarlberg lebenden Künstler für sein außergewöhnliches Lebenswerk. Gottfried Bechtold ist 1947 in Bregenz geboren. Er lebt in Hörbranz und Bregenz.

Der Jury 2018 gehören an: Benedikt Erhard, Abteilung Kultur, Land Tirol; Martin Gostner, Künstler, Düsseldorf, Innsbruck; Anton Klocker, Klocker Stiftung; Elsy Lahner, Kuratorin, Albertina, Wien; Thomas Trummer, Direktor, Kunsthaus Bregenz

Die anlässlich des Kunstpreises von der Klocker Stiftung ausgerichtete Ausstellung gibt einen Einblick in das künstlerische Denken Bechtolds von den späten 1960er-Jahren bis heute. Die für die Ausstellung zusammengestellten Werkkomplexe umfassen Skulpturen, Zeichnungen, Grafiken, Fotografien, konzeptuelle Arbeiten sowie dokumentarische Materialien. Neben bekannten und zentralen Motiven seiner Kunst beleuchtet die Ausstellung Keimzellen, die das als technik- und medienaffin wahrgenommene Werk Bechtolds von einer anderen Seite zeigen: seine Auseinandersetzung mit dem Material Holz als Quelle bio- und anthropomorpher Formfindungen und die soziale Komponente seiner konzeptuellen Arbeiten und Projekte.

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 25. Oktober 2018, 18.30 Uhr
Dauer: 26. Oktober bis 8. Dezember 2018
Galerie Goldener Engl, Hall in Tirol

Öffnungszeiten:
Mi bis Fr 14 – 19 Uhr, Sa 11 – 17 Uhr
(So und 1. – 2. November geschlossen)

Künstlergespräch:
Samstag, 10. November 2018, 13 Uhr
Gottfried Bechtold im Gespräch mit Jürgen Tabor
im Rahmen der Premierentage

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