vorarlberg museum: teatro caprile, Rudolf Wacker – ein Künstlerleben in der Ersten Republik

22.09.2018

Dienstag, 25. September 2018 um 19.00 Uhr, Premiere

Die aktuelle Sonderausstellung des vorarlberg museums «Wacker im Krieg. Erfahrungen eines Künstlers» wird zum Schauplatz einer neuen Produktion des teatro caprile. Der intime Theaterabend lässt den Bregenzer Maler Rudolf Wacker (1893-1939) inmitten seiner Bilder lebendig werden. Das Publikum begleitet die Schauspieler durch das Gefangenenlager in Tomsk oder besucht Wackers Atelier in Bregenz. Es begegnet einem lebenshungrigen und gleichermaßen verzweifelten Menschen, der unter wirtschaftlicher Not ebenso leidet wie unter dem menschenverachtenden Nationalsozialismus. Nicht nur in seiner Kunst rebelliert Wacker gegen die Politik und Gesellschaft der Zwischenkriegszeit. Das teatro caprile, das sich auf die Bearbeitung historischer Stoffe spezialisiert hat, feiert mit dieser Produktion sein 25-jähriges Bestehen. Die Premiere ist am 25. September um 19.00 Uhr.

Rudolf Wacker stammt aus reichem Hause, studierte Kunst, als er in den Ersten Weltkrieg zog. Fünf Jahre Kriegsgefangenschaft in Sibirien, nach der Rückkehr der Vater gestorben, das Vermögen dahin. Er will als Maler leben, ist besessen von der Kunst, ordnet ihr alles unter – und erfährt schroffe Ablehnung. Späte Anerkennung folgte 1934 mit der Teilnahme an der Biennale Venedig. Der Maler geriet 1938 ins Visier der Nationalsozialisten und starb 1939 nach einem Gestapo-Verhör an den Folgen zweier Herzinfarkte.

Andreas Kosek vom teatro caprile hat auf Basis von Tagebüchern, Briefen und Zeitungsberichten ein Theaterstück über Rudolf Wacker geschrieben. So klar und schonungslos der Künstler in seinen Schriften sich selbst und die Zeit, in der er lebt, reflektiert, so verklausuliert sind die Anspielungen in der Malerei. Er verdichtet alle seine Erfahrungen, Emotionen und Ideen, aber auch seine Zeitkritik und Utopien in jenen Dingen, die seinen Stillleben einen so eigensinnigen Charakter verleihen und sie unvergleichlich machen. Insofern ermöglicht ein vertiefter Einblick in die Biographie des Künstlers einen anderen Zugang zu seinem Werk.

Theaterwanderung durchs Museum

Das Publikum nähert sich an unterschiedlichen Schauplätzen im Museum der Person und dem Schaffen Rudolf Wackers an. Es begleitet die Darsteller durch das Gefangenenlager in Sibirien, wo er mit Hunger, Kälte, Typhus, Einsamkeit und Gewalt konfrontiert wird und nach zwei Jahren wieder zu zeichnen beginnt, nicht mehr akademisch, wie er es gelernt hatte, sondern auf der Suche nach einem eigenen Stil. Es beobachtet ihn beim Malen. Erlebt seine Verzweiflung und Rundumschläge, als ihm die Professur an der Universität für Angewandte Kunst in Wien verwehrt bleibt und folgt den kontroversen Gesprächen der Kunstkritiker. Das Stück spürt auch der gesellschaftspolitischen, kulturellen und künstlerischen Atmosphäre im Vorarlberg der Zwischenkriegszeit nach. Nicht zuletzt lebt die Inszenierung von der farbenfrohen Sinnlichkeit typischer Wacker Bilder, die das teatro caprile in einer plastischen Bilderchoreographie umsetzt.
Nach dem Stück «Der Fall Riccabona» ist «Rudolf Wacker. Ein Künstlerleben in der Ersten Republik» die zweite Produktion, die das teatro caprile zu einer Sonderausstellung des vorarlberg museums realisiert.

Generalprobe/Fotoprobe: Montag, 24. September, 19.00 Uhr
Premiere: Dienstag, 25. September, 19.00 Uhr – ausverkauft!
weitere Aufführungen: 26., 27., 28. September, jeweils 19.00 Uhr
Tickets: 20 Euro, 16 Euro ermäßigt
Anmeldungen: info@vorarlbergmuseum.at bzw. 43 (0)5574 46050

Bitte beachten Sie, dass aufgrund der begrenzten Zuschauerzahl eine Anmeldung erforderlich ist.

Stück und Regie: Andreas Kosek
Schauspiel: Suat Ünaldi, Roland Etlinger, Andreas Kosek, Katharina Grabher, Manfred Welte.
Choreographie und Movements: Ruth Grabher.
Kostüme: Maria Etlinger, Theresia Anwander
Bühnenbild: vorarlberg museum und das Ausstellungsteam
Wissenschaftliche Beratung und Recherchen: Jürgen Thaler; Franz Michael Felder Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek

Mit Unterstützung von:
vorarlberg museum, 2018 – 100 Jahre Republik Österreich, Land Vorarlberg, BKA Kunst und Kultur, Stadt Bregenz, Netzwerk Tanz


Vorarlberg Museum
Kornmarktplatz 1
A-6900 Bregenz
T: 0043 (0)5574 46050
F: info@vorarlbergmuseum.at
W: http://www.vorarlbergmuseum.at


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 21 Uhr

 

  • teatro caprile, (c) Darko_Todorovic
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A-6900 Bregenz
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F: info@vorarlbergmuseum.at
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