Ulli Lust. Zu viel ist nicht genug

28.06.2018

30.06.2018 bis 28.10.2018  Cartoon Museum Basel

Die Ausstellung »Ulli Lust. Zu viel ist nicht genug« im Cartoonmuseum Basel ist die erste Retrospektive einer der international bedeutendsten, aktuellen Comiczeichnerinnen. Mit ihrer gefeierten und vielfach ausgezeichneten autobiografischen Graphic Novel »Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens« ist die 1967 in Wien geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin bekannt geworden. Ihr Werk reicht von Kinderbüchern und ironischen Beobachtungen städtischer Milieus über erotische Phantasiegeschichten bis zur Comicadaption von Marcel Beyers Roman »Flughunde«. Ihr grossartiges neues Buch »Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein« erzählt von ihrer Liebe zu einem Flüchtling aus Nigeria.


Nach fast fünf]ahren intensiver Arbeit erschien 2009 Ulli Lusts autobiografischer Comicroman »Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens« im avant-verlag. Auf 460 mit energischem Bleistiftstrich vorangetriebenen Seiten reissen die junge Punkerin Ulli und ihre Freundin Edith nach Italien aus, wo die beiden abenteuerlustigen Frauen Gewalt- und Drogenerfahrungen machen und sich in schwere Probleme manövrieren. Das berührende Zusammenspiel der konzentrierten und offenen Erzählung mit knappen, äusserst lebendigen Zeichnungen fand und begeisterte eine grosse Leserschaft. Das Buch wurde mit dem Max-und-Moritz-Publikumspreis, dem ICOM-Preis, dem Prix Revelation auf dem Comicfestival in Angouleme (Fr) sowie weiteren Preisen ausgezeichnet und in elfSprachen übersetzt.

Neben autobiografischen Arbeiten zeichnet Ulli Lust, die in verschiedenen Künstlergruppen aktiv ist und auch unterrichtet, dokumentarische und fiktive Comics. Ihre Alltagsbeobachtungen und Bildkolumnen aus Berlin erschienen als »Fashionvictims, Trendverächter« beim Berliner avant-verlag. In den erotisch-mythologischen »Spring Poems« und deftigen Phantasiegeschichten wie »Airpussy« erzählt Ulli Lust von Fruchtbarkeitsritualen und Halbgöttinnen, die fordernd und zielgerichtet ihre sexuellen Wünsche ausleben. Mit dem Künstler Kai Pfeiffer gründete sie die Gruppe monogatari und publizierte zahlreiche Comicreportagen. 2005 startete sie ihren Online-Verlag electrocomics, der bis heute E-Books und Bildschirmcomicstrips von internationalen Comiczeichnern und Bilderkünstlern veröffentlicht und den ICOM-Sonderpreis der Jury erhielt.

2013 erscheint im Suhrkamp Verlag Ulli Lusts Comicadaption von Marcel Beyers Roman »Flughunde«, in dem sich im untergehenden Dritten Reich die Lebensgeschichten eines fanatischen Akustikers und einer Tochter von Propagandaminister ]oseph Goebbels verketten. In ihrem 2017 ebenfalls im Suhrkamp Verlag herausgekommenen, wieder autobiografischen Buch »Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein« schildert Ulli Lust in kraftvollem Schwarz-Weiss-Rosa ihre Liebe zu zwei sehr unterschiedlichen Männern und den tragischen Verlauf der einen Beziehung. Sprachlich differenziert und zeichnerisch virtuos erzählt Ulli Lust von einer Menage-a-trois und der tragischen Entwicklung der von körperlichem Begehren genährten Verbindung
zum nigerianischen Flüchtling Kimata.

Ulli Lust startete ihre Karriere als Zeichnerin mit dem Illustrieren von Kinderbüchern. Ab 1998 publizierte sie regelmässig im Eigenverlag unter dem Namen Lust, dem Geburtsnamen ihrer Mutter. Von 1999 bis 2004 studierte Ulli Lust Grafikdesign an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee. Bereits während ihres Studiums zeichnete sie regelmässig Reportagen, die auf aufwendigen journalistischen Recherchen gründen, darunter ein Bericht über die aussterbende DDR-Plattenbausiedlung Halle-Neustadt und eine monatliche Bildkolumne in der Berliner Stadtzeitung »scheinschlag«. Heute lebt Ulli Lust in Berlin, wo sie auch ihre Comics zeichnet, und unterrichtet an der Hochschule Hannover. Die Ausstellung im Cartoonmuseum Basel zeigt erstmals die ganze Vielfalt des Werks einer der international bedeutendsten, zeitgenössischen Comiczeichnerinnen.


Ulli Lust. Zu viel ist nicht genug
30. Juni bis 28. Oktober 2018
Eröffnung: Fr 29. Juni 18, 18.30 Uhr

Cartoon Museum Basel
St. Alban-Vorstadt 28
CH-4052 Basel
T: 0041 (0)61 22633-60
F: 0041 (0)61 22633-61
E: info@cartoonmuseum.ch
W: http://www.cartoonmuseum.ch


Öffnungszeiten

Di bis So 11 - 17 Uhr

 


  • «Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein», 2017. Suhrkamp Verlag; © Ulli Lust
  • «Flughunde», 2013. Suhrkamp Verlag; © Ulli Lust
  • 6x6 Pin-ups, 2001. © Ulli Lust
  • 6x6 Pin-ups, 2001. © Ulli Lust
  • Selbstporträt, 2009. © Ulli Lust
Cartoon Museum Basel
St. Alban-Vorstadt 28
CH-4052 Basel
T: 0041 (0)61 22633-60
F: 0041 (0)61 22633-61
E: info@cartoonmuseum.ch
W: http://www.cartoonmuseum.ch


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Di bis So 11 - 17 Uhr

 


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