Loredana Nemes. Gier Angst Liebe

10.10.2018

22.06.2018 bis 15.10.2018  Berlinische Galerie

Loredana Nemes (*1972) traut sich etwas – Zeit für eine Entdeckung. Entdeckungslust und Künstlerinnen haben einen hohen Stellenwert im Programm der Berlinischen Galerie. Schon lange ist Ulrich Domröse, Leiter der Fotografischen Sammlung, mit Nemes im Dialog. Das Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur besitzt bereits 23 Werke der deutschen Fotokünstlerin mit rumänischen Wurzeln. Mit dieser ersten, großen Einzelausstellung in einem Kunstmuseum geht zugleich ein wichtiger Wunsch von Nemes in Erfüllung.


Zunächst hatte Loredana Nemes Mathematik und Germanistik studiert, in Berlin entschied sie sich dann für einen radikalen Neuanfang: eine Laufbahn als freie Fotografin. Cartier-Bresson, Friedlander, Sugimoto und Frauke Eigen wurden zu wichtigen Leitfiguren der Autodidaktin. Inzwischen gab es zahlreiche Galerie-Ausstellungen und Publikationen zu Nemes, deren Werke sich bereits in verschiedenen Sammlungen befinden: Folk-wang Museum Essen, Deutsches Historisches Museum, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, DZ Bank Kunstsammlung Frankfurt und Cleveland Clinic Art Collection.

Gezeigt werden ab dem 21. Juni 2018 sechs Fotozyklen aus Nemes‘ letzten zehn Schaffensjahren, drei davon wurden gerade erst abgeschlossen und sind damit zum ersten Mal in der Berlinischen Galerie zu erleben: «beyond» (2008-10, türkische und arabische Männerwelten in Berlin), «Blütezeit» (2012, Portraitexperiment mit Jugendlichen), «Der Auftritt» (2014, Karneval, Masken, Modelle) - Premieren: «Gier» (2014-17, verkeilte Flugkörper), 23197 (2017-18, Permutationen der Angst), «Ocna. Eine Annäherung» (2017-18, morbid-lustvolle Körperfragmente).

Die Ausstellung umfasst ca. 120 fotografische und poetische Werke – im Zentrum stehen Menschenportraits, die Poesie und der Surrealismus des Alltags. Loredana Nemes fokussiert schon lange auf soziale und heute hochpolitisch relevante Themen wie Identität und Persönlichkeit. Mit den Stilmitteln der Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografie, der Schärfe, Unschärfe und Abstraktion reflektieren ihre Bilder zum Teil auch Unsicherheiten, Unwissen und Ängste der Betrachter*innen. Nemes‘ Vorteil und Motor sind ihre Erfahrungen aus drei verschiedenen Kulturkreisen: Rumänien, ihr Geburtsland, Iran, ein Zwischenaufenthalt in ihrer Kindheit und die Bundesrepublik. Jeder Neuanfang im Leben stärkt die Sensibilität, die Offenheit und Neugier. Wo ihr künstlerisches Werk seitdem auftaucht, hinterlässt es «Spuren».


Loredana Nemes. Gier Angst Liebe
Fotografien 2008–2018
22. Juni bis 15. Oktober 2018

Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
D-10969 Berlin-Kreuzberg
W: http://www.berlinischegalerie.de


Öffnungszeiten

Mi bis Mo 10 - 18 Uhr

 


  • Loredana Nemes: Café Esto, Neukölln, 2008. Aus der Serie 'beyond', 2008–2010; © Loredana Nemes
  • Loredana Nemes: Max und Corrine. Aus der Serie 'Blütezeit', 2012; © Loredana Nemes
  • Loredana Nemes: #08. Aus der Serie 'Der Auftritt', 2014; © Loredana Nemes
  • Loredana Nemes: #01. Aus der Serie 'Der Auftritt', 2014; © Loredana Nemes
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
D-10969 Berlin-Kreuzberg
W: http://www.berlinischegalerie.de


Öffnungszeiten

Mi bis Mo 10 - 18 Uhr

 


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