In geheimer Kommandosache – Strategic Air Command

19.07.2018 Walter Gasperi

Anthony Mann und James Stewart – ein Duo, das für einige der besten Western der 1950er Jahre verantwortlich zeichnet. Routiniert inszeniert ist zwar auch diese Hymne auf die US-Luftwaffe, die bei Schröder Media auf DVD entschieden ist, bleibt aber in der Handlungsführung und Figurenzeichnung doch blass.


Im Zweiten Weltkrieg war Robert «Dutch» Holland (James Stewart) Bomberpilot, jetzt zeichnet sich, obwohl er nicht mehr ganz der Jüngste ist, eine lukrative Baseball-Karriere und glückliche Ehe mit Sally (June Allyson, die auch schon 1953 in dem ebenfalls von Anthony Mann gedrehten «Die Glenn Miller Story» den Ehemann von James Stewart spielte) ab. Doch Mitte der 1950er Jahre ist der Zweite Weltkrieg zwar schon zehn Jahre vorüber, doch stets droht aus dem Kalten Krieg ein echter Krieg zu werden und die USA bauen ihre Luftwaffe aus. Auf einen erfahrenen Mann, wie Holland will man da nicht verzichten. Seine Frau sieht es zwar nicht gerne, akzeptiert aber, dass er dem Ruf eines Generals folgt, steckt zurück und zieht aus dem neuen Haus zu ihm zum Luftwaffenstützpunkt.

Bürgerliches Leben und Eheglück hier, Dienst für den Staat - selbstverständlich zur Erhaltung des Friedens – dort – konsequent spielt Anthony Mann diesen Gegensatz durch, wirkliche Spannung will sich in «In geheimer Kommandosache» daraus aber kaum entwickeln. Zu klar und eindeutig ist das Bekenntnis des Films für die Luftwaffe und deren Notwendigkeit.

Ausgiebig feiert Mann die Langstreckenbomber, zuerst die Propellermaschinen, dann die Düsenjets. Bald begleitet die Kamera von William H. Daniels sie auf der Seite, bald im Rücken, zeigt, wie die schweren Maschinen nur mühsam abheben, wie sie das Fahrwerk aus- oder einfahren, wie sie majestätisch durch Wolkenformationen fliegen oder in der Luft aufgetankt werden.

Mann scheint geradezu vernarrt in die Technik und die stahlgrauen Kolosse. Ganz in stahlgrau und ins Blau der Uniformen ist folglich auch sein Film getaucht, dessen Handlung letztlich sehr dürftig ist. Er zeigt zwar die Angst der Ehefrau und ihre zunehmende Abneigung gegenüber der Air Force, betont aber bis zum Ende immer, dass dieses Opfer der Frauen eben nötig ist zum Erhalt des Friedens.

Zu wenig Profil gewinnen hier letztlich die Figuren, zu wenig Reibungen entstehen, denn einerseits bekennt sich der Film voll und ganz zur Air Force, andererseits zeigt er selbstverständlich auch Verständnis für Hollands Frau. Echte Spannung kann sich folglich nur in den Flugszenen entwickeln, in denen technische Probleme, schlechte Wetterbedingungen oder auch Übermüdung für brenzlige Situationen sorgen.

Doch auch hier schöpft Mann nur in der Schlussszene das dramatische Potential aus, während zuvor bei einer Notlandung auf Grönland, die in der Eiswüste Verschollenen viel zu schnell gerettet werden, so dass kaum ein Gefühl für die gefährliche Situation aufkommen kann.

An Sprachversionen verfügt die bei Schröder Media erschienene DVD über die englische Originalfassung und die deutsche Synchronfassung, aber über keine Untertitel. Extras werden keine geboten.

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