Es kömmt drauf an, sie zu verändern…

19.05.2018 Bernhard Sandbichler

so Karl Marxens These 11 zu Feuerbach. Gemeint ist die Welt. Er selbst war zweifelsohne die Mensch gewordene Veränderung, die er sich für die Welt wünschte: ein großer Revoluzzer, der Mann der umwälzenden Praxis.


  • Achse 1: Diagnose
    «Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß … Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.» (These 3)
     
  • Achse 2: Prognose
    Was Marx 1845 konstatierte, war durch das Revolutionsjahr 1848 nicht obsolet geworden, ist nach wie vor aktuell und wird es bleiben.
     
  • Achse 3: Entwicklung
    Der Westen der Ära des Kalten Kriegs diskreditierte Marx als gefährlichen Vorläufer totalitärer Regimes. Die von ihm vorhergesagte proletarische Revolution hat so nicht stattgefunden, und die nach Russland exportierte Revolution fand 1917 zwar statt, zeitigte aber keine der von Marx vorhergesagten positiven Wirkungen.
     
  • Achse 4: Intelligenz
    Im Mai jährt sich heuer sein Geburtstag zum 200. Mal. Als er 30 war, verfasste er mit Friedrich Engels sein Kommunistisches Manifest. Das war 1848, also vor 170 Jahren. Die Zahl 200 macht so zweimal Sinn.
     
  • Achse 5: Körper
    «Der Arbeitslohn ist nur ein besondrer Name für den Preis der Arbeitskraft, den man gewöhnlich den Preis der Arbeit nennt, für den Preis dieser eigentümlichen Ware, die keinen andern Behälter hat als menschliches Fleisch und Blut.»
     
  • Achse 6: Psyche
    «Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden.»
     
  • Achse 7: Alltag
    «Die gesellschaftlichen Verhältnisse, worin die Individuen produzieren, die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse ändern sich, verwandeln sich mit der Veränderung und Entwicklung der materiellen Produktionsmittel, der Produktionskräfte. Die Produktionsverhältnisse in ihrer Gesamtheit bilden das, was man die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Gesellschaft nennt, und zwar auf bestimmter geschichtlicher Entwicklungsstufe …»
     

Klaus Körner: Es kommt darauf an, die Welt zu verändern. Ein Karl-Marx-Lesebuch. München: dtv 2018, 464 Seiten, EUR 20,60

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