Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" am Theater St.Gallen

18.05.2018

Am Samstag, 26. Mai, 19.30 Uhr, hat im Theater St.Gallen das Volksstück «Geschichten aus dem Wiener Wald» Premiere. Das bekannteste Stück von Ödön von Horváth erzählt von einem gescheiterten Ausbruch aus dem Kleinbürgerdasein. An der Uraufführung in Berlin wurde es 1931 begeistert aufgenommen. Die Nazis witterten jedoch «Unrat ersten Ranges» und erteilten Horváth zwei Jahre später Bühnenverbot. In St.Gallen bringt es Hausregisseurin Barbara-David Brüesch auf die Bühne.


Der 1901 geborene Schriftsteller Ödön von Horváth bezeichnete sich selber als «typisch alt-österreichisch-ungarische Mischung». Sein Vater war ein österreichisch-ungarischer Diplomat, seine Mutter kam aus einer ungarisch-deutschen kaiserlich und königlichen Militärarztfamilie, seine Muttersprache war Deutsch. Er gehöre dem deutschen Kulturkreis an, sagte Horváth, doch der Begriff Vaterland als nationale Zuordnung interessierte ihn letztlich wenig. «Mein Vaterland ist das Volk», sagte er. Dieses Volk war das bevorzugte Thema seiner Romane und Stücke, im Mittelpunkt seines dramatischen Schaffens stand die «Erneuerung des Volksstücks».

Geschichten aus dem Wiener Wald erzählt eine Geschichte von Not, Elend und sozialem Abstieg, die Geschichte von rundum gescheiterten Ausbruchsversuchen aus dem Kleinbürgerdasein. Das «Wiener Mädel» Marianne lässt die Verlobung mit dem Fleischhauer Oskar noch während der Feier platzen und heiratet stattdessen den Hallodri Alfred. Ihre Ehe hält nur ein Jahr, und der soziale Abstieg Mariannes nimmt seinen unaufhaltsamen Lauf. Am Ende scheint sich unter Walzerklängen doch noch alles zum Guten zu wenden. Doch hinter der Gutmütigkeit einer kleinbürgerlichen Idylle lauern Niedertracht, Gemeinheit und Bösartigkeit. Gegen den Vorwurf, er sei zu derb, zynisch und unheimlich, setzte sich Horváth zur Wehr. Wer ihm dies unterstelle, der übersehe, «dass ich doch kein anderes Bestreben habe, als die Welt so zu schildern, wie sie halt leider ist.»

Inszeniert wird der 1931 in Berlin uraufgeführte Horváth-Klassiker von der Schweizer Regisseurin Barbara-David Brüesch, die seit Sommer 2016 Hausregisseurin am Theater St.Gallen ist und hier Produktionen wie «Hamlet_Gross» und «Einige Nachrichten an das All» auf die Bühne gebracht hat. Das weiblich dominierte Leitungsteam wird komplettiert durch Claudia Rohner (Bühne), Heidi Walter (Kostüm) und Zenta Haerter (Choreografie). Für das Licht zeichnet Andreas Enzler verantwortlich, für die Musik Andi Peter und Christian Müller. Es spielt das Schauspiel-Ensemble des Theaters St.Gallen.

Weitere Vorstellungstermine:
Mittwoch, 6. Juni 2018, 19.30 Uhr
Freitag, 15. Juni 2018, 19.30 Uhr

Theater St. Gallen
Museumstrasse 2/24
CH-9004 St.Gallen
T: +41 71 242 06 06
W: http://www.theatersg.ch

 

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