Extreme. Nomads. Nomadische Existenzen

22.05.2018

24.05.2018 bis 09.09.2018  Museum für Moderne Kunst

Mit Werken von Cao Fei, Richard Mosse und Paulo Nazareth nimmt die Ausstellung «Extreme. Nomads» Formen nomadischer Existenz in den Blick, die durch extreme politische, ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungen unserer Zeit bedingt sind. Extrem sind nicht nur die individuellen und gesellschaftlichen Folgen der Globalisierung, welche die von drei Kontinenten stammenden Künstlerinnen und Künstler untersuchen. Auch ihre künstlerischen Strategien erweisen sich als Grenzgänge.


Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema «Extreme» werden die «Ray Fotografieprojekte Frankfurt / RheinMain 2018» diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe stellen. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben Ray 2012 und Ray 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert: Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema «Extreme» bietet Ray zwischen dem 23. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.

Cao Fei (*1978 CN) verarbeitet in ihren Werken die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, die ihr Heimatland China im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums und der Globalisierung unterläuft. Inspiriert von US-amerikanischen Zombiefilmen präsentiert die Künstlerin mit Haze and Fog das fiktive Porträt einer unter Identitätsverlust leidenden Dienstleistungsgesellschaft und verwandelt eine der neu erbauten Wohnsiedlungen vor den Toren Beijings in einen Hort der rastlosen Untoten. Als 46-minütiger Spielfilm und fotografische Serie angelegt erzählt Cao Feis Werk von einem rigiden Klassensystem, in dem wenige wohlhabende Konsumenten auf ein uniformiertes Heer aus Putzkräften, Lieferanten, Maklern, Hausangestellten und Prostituierten zurückgreifen. Scheint sich der Titel zunächst auf die Luftverschmutzung Beijings zu beziehen, stellt sich der Nebel im Verlauf als Geisteszustand heraus.

Richard Mosse (*1981 IE/US/DE) arbeitet an der Schnittstelle von künstlerischer Produktion und journalistischer Reportage. Seine jüngsten Arbeiten «Heat Maps» und «Incoming» reagieren unmittelbar auf die humanitäre Krise, die als Folge von Kriegen, Armut und politischer Verfolgung durch die jüngsten Fluchtbewegungen im Mittleren Osten, Nordafrika und Europa ausgelöst wurde. Mithilfe einer für militärische Zwecke entwickelten Videokamera, die Wärmestrahlung über eine Distanz von über 30 Kilometern messen kann, verdichtet Richard Mosse Aufnahmen von zwei der gefährlichsten und meist frequentierten Flüchtlingsrouten der Welt – von Ländern des Nahen Ostens über die Türkei und von der Sahelzone über Libyen nach Europa – zu einer filmisch immersiven Reflektion über nationalstaatliche Kontrolle im Angesicht menschlichen Leids.

Paulo Nazareth (*1977 BR) hat das Laufen zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Praxis erklärt. Seine Herkunft als Brasilianer mit indigenen und afrikanischen Wurzeln thematisierend durchquert er zu Fuß und auf sich allein gestellt ganze Länder und Kontinente. Die auf seinem Weg entstehenden fotografischen und filmischen Serien, Schriftstücke sowie gefundenen Objekte erzählen von den Begegnungen und Randgeschichten seiner Reisen, von Verständigung und Widerständen, kolonialer Geschichte und globaler Gegenwart. Jenseits von Landesgrenzen spannt Nazareth ein Netz zwischen Individuen und Gemeinschaften und stellt dem Konzept der Nationalstaatlichkeit Spuren transkultureller Verbindungen und Aneignungen gegenüber.


Extreme. Nomads. Nomadische Existenzen
24. Mai bis 9. September 2018
Eröffnung: 23. Mai 2018, 19 Uhr

Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
D-60311 Frankfurt am Main
T: 0049 (0)69 212 304 47
F: 0049 (0)69 212 378 82
E: mmk@stadt-frankfurt.de
W: http://www.mmk-frankfurt.de


Öffnungszeiten

Dienstag 10 – 18 Uhr
Mittwoch 10 – 20 Uhr
Do bis So 10 – 18 Uhr
Montag geschlossen

 


  • Cao Fei: Haze and Fog, 2013. Courtesy of the artist and Vitamin Creative Space
  • Richard Mosse: Incoming, 2017. Film still; © Richard Mosse, courtesy of the artist and galerie carlier | gebauer
  • Cao Fei: Haze and Fog, 2013. Courtesy of the artist and Vitamin Creative Space
  • Richard Mosse: Moria (from the series 'Heat Maps'), 2016. Courtesy the artist, carlier | gebauer, Berlin and Jack Shainman Gallery, New York
Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
D-60311 Frankfurt am Main
T: 0049 (0)69 212 304 47
F: 0049 (0)69 212 378 82
E: mmk@stadt-frankfurt.de
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