Kate Newby. I can’t nail the days down

30.08.2018

16.05.2018 bis 02.09.2018  Kunsthalle Wien

Mit «I can’t nail the days down» präsentiert die Kunsthalle Wien die erste institutionelle Einzelausstellung von Kate Newby in Österreich. Die Künstlerin beschäftigt sich in ihrer Praxis mit dem Verhältnis zwischen dem Kunstwerk und dem Ort, an dem es präsentiert wird. Sie schafft skulpturale Interventionen, die den Fokus auf die Details und flüchtigen Momente unseres Alltags legen.


Für ihre Ausstellung in der Kunsthalle Wien Karlsplatz entwirft Newby neue installative Arbeiten, die die Grenzen zwischen dem Werk und seinem Umfeld unscharf werden lassen. In direkter Auseinandersetzung mit der Architektur des Glaspavillons und seinem unmittelbaren Umfeld am Karlsplatz entstehen diskrete Arbeiten, die auf konventionelle Baumaterialien zurückgreifen und eine Verbindung zum dortigen gebauten wie belebten Raum herstellen.

Eine großformatige Bodenarbeit, für die Newby Mauerziegel als künstlerisches Material einsetzt, nimmt den Großteil des Innenraums ein. Teilweise ungebrannte, bearbeitete und mit gefundenen wie speziell angefertigten Glas- und Tonelementen versehene Ziegel lassen eine materielle Textur entstehen, die die Besucher/innen einlädt, Details im Begehen der Arbeit zu entdecken. Der nachträgliche Brennprozess fügt Glasscherben aus der Umgebung des Karlsplatzes und Tonstücke aus dem Erdreich in die Ziegel ein und lässt unerwartete Formationen entstehen. Newby ergänzt diese durch weitere kleine Einzelstücke aus Keramik und Bronze, die sich erst bei genauem Hinsehen als handgefertigte Objekte erweisen. Subtil integriert sich die Arbeit in den Ausstellungsraum, lässt das einfallende natürliche Licht Teil der Installation werden und lenkt den Blick bewusst auch nach draußen.

Im Außenraum findet sich eine weitere Intervention, die als Vertiefung im Boden an im Stadtraum befindliche Ablaufrinnen erinnert. Newby greift häufig architektonische Sonderheiten und unauffällige Details auf und setzt sie in einen neuen Kontext. Dabei bleibt oft unklar, was durch die Künstlerin hinzugefügt wurde und was Teil der existierenden Umgebung ist. Bezug nehmend auf Arbeiten der Land Art, die in den 1960er und 1970er Jahren in den USA entstanden, fügen sich Newbys ebenso minimale wie radikale Gesten in den bestehenden Ort ein und lassen Veränderung über die Zeit zu.

Newby hält in ihren Werken die Spuren der Außenwelt fest, die sich in ihre Arbeiten einschreiben und in die sich ihre Arbeit einschreibt. Dieser Bezug auf das Vergängliche spiegelt sich auch im Ausstellungtitel, der sich an die literarische Avantgarde der so genannten New York School anlehnt. Schriftsteller wie James Schuyler und Frank O’Hara wurden in den 1950er und 1960er Jahren durch ihren direkten, unvermittelten Schreibstil bekannt, der das Alltägliche in den Fokus rückte. Auch Kate Newby gibt der direkten Erfahrung den Vorzug und bezieht bewusst das Prozesshafte ein. In früheren Arbeiten bat sie beispielsweise Bekannte, von ihr bearbeitete Steine übers Wasser springen zu lassen und winzige Objekte in der Hosentasche mitzutragen; oder aber sie installierte Windspiele in entlegenen Landschaften, wo erst das vom Wind erzeugte Geräusch den Weg zu ihnen erahnen ließ.

Auch die Spuren der Herstellung bleiben in Newbys Werken meist sichtbar. Objekte aus Keramik und Glas entstehen oftmals in Handarbeit und tragen den Abdruck der physischen Auseinandersetzung mit dem Material. Trotz teils komplexer Bearbeitungsprozesse haftet den Arbeiten dadurch ein informeller Charakter an.

Sensibel gegenüber dem Ort, an dem ihre Werke entstehen und präsentiert werden, bringen Newbys Arbeiten die poetische Qualität des Gewöhnlichen zum Ausdruck und nehmen ephemere wie periphere Situationen unseres Alltags in den Blick. Die für die Ausstellung entstandenen Arbeiten stellen eine starke Verbindung zum Alltäglichen her. Sie bringen das Draußen in den Ausstellungsraum, überschreiten dessen räumlichen Grenze und laden auch die Betrachter/innen ein, das Außen zu entdecken und neu zu betrachten.

Kate Newby (*1979 in Auckland, Neuseeland) lebt und arbeitet in Auckland und Brooklyn, New York. 2012 wurde sie mit dem renommierten Walter’s Prize ausgezeichnet. Newby studierte an der Elam School of Art der Universität Auckland und erhielt 2015 ihren Doctor of Fine Arts.


Kate Newby. I can’t nail the days down
16. Mai bis 2. September 2018

Kunsthalle Wien
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
T: 0043 (0)1 52189-1201
F: 0043 (0)1 52189 1260
E: office@kunsthallewien.at
W: http://www.kunsthallewien.at


Öffnungszeiten

Täglich 10 – 19 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

 


  • Kate Newby: The Promise. Installationsansicht: Index - Contemporary Swedish Art Foundation, Stockholm, Sweden, 2017. Foto: Johan Wahlgren; Courtesy die Künstlerin
  • Kate Newby: A rock in this pocket. (Detail), 2018. Installationsansicht: 21st Biennale of Sydney at Cockatoo Island, Foto: silversalt photography. Courtesy die Künstlerin; Michael Lett, Auckland & Fine Arts, Sydney
  • Kate Newby: I’m actually weirdly exciting (Detail), 2018. Installationsansicht: 21st Biennale of Sydney at Cockatoo Island, Foto: silversalt photography. Courtesy die Künstlerin; Michael Lett, Auckland & Fine Arts, Sydney
  • Kate Newby: Swift little verbs pushing the big nouns around (Detail), 2018; Foto: Alex North, Courtesy die Künstlerin und Michael Lett, Auckland
Kunsthalle Wien
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
T: 0043 (0)1 52189-1201
F: 0043 (0)1 52189 1260
E: office@kunsthallewien.at
W: http://www.kunsthallewien.at


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Täglich 10 – 19 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

 


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