Virginia City

10.05.2018 Walter Gasperi

Michael Curtiz´ 1940 gedrehter Western spielt zwar während des Amerikanischen Bürgerkriegs, betont aber am Ende gerade die Einheit des Landes. Der schwungvoll inszenierte, gut aufgebaute und mit Errol Flynn, Randolph Scott und Humphrey Bogart vorzüglich besetzte Film ist bei Schröder Media auf DVD erschienen.


Ein kurzes Insert und Schlachtszenen versetzen in die Endphase des Amerikanischen Bürgerkriegs. Um die vor der Niederlage stehenden Südstaaten zu unterstützen, schlägt die Sängerin Julia Hayne (Miriam Hopkins) dem Südstaatler Vance Ibry (Randolph Scott), den sie seit ihrer Jugend kennt und der nun ein Gefangenenlager der Südstaaten leitet, vor, eine große Menge Gold aus der Berggräberstadt Virginia City, Nevada in die Südstaaten zu schmuggeln. Praktisch gleichzeitig dazu entkommt der Nordstaatenoffizier Kerry Bradford (Errol Flynn) aus Ibrys Gefängnis.

Bei der Postkutschenfahrt nach Virigina City lernen sich nicht nur Bradford und Julia kennen, sondern mit dem Gangster Murrell (Humphrey Bogart) und seiner Bande stellt sich noch ein weiterer Player ein. In der Stadt werden sich dann auch noch Bradford und Ibry, die sich schon aus dem Gefangenenlager kennen, wieder begegnen.

Etwas kurzatmig mag diese Exposition sein, etabliert aber geschickt ein vielfältiges Feld von Freundschaften und Konflikten. Denn natürlich kommt zur politischen Gegnerschaft, die Rivalität der Männer um Julia. Wie sie zwischen den Fronten steht und sich zwischen privater Liebe und Verpflichtung gegenüber ihren heimatlichen Südstaaten entscheiden muss, so stellen sich auch für Bradford diese Konfliktfelder.

Temporeich entwickelt Michael Curtiz, der vor allem als Regisseur von «Casablanca» bekannt ist, die Handlung. Auch Komik fehlt mit zwei Freunden Bradfords als Sidekicks nicht. Auf die Beschwörung der Stimmung in der Goldgräberstadt und in deren Saloon sowie Schilderung der Pläne der Gegner lässt der 1886 in Budapest geborene Regisseur bald den Treck mit dem Gold folgen.

Geschickt bringt er hier auch wieder Murrell und dessen Bande ins Spiel, die zunächst die Südstaatler beim Verlassen der Stadt unterstützen sollen, dann aber eigene Interessen verfolgen. Gleichzeitig heften sich natürlich auch die Nordstaatler und Bradford an ihre Fersen.

Wenn schließlich die Nordstaatler die Südstaatler gegen die Bande Murrells unterstützen, kann das durchaus als 1940 angesichts der Bedrohung durch Japan und Nazi-Deutschland aktuelle Beschwörung der Einheit des Landes und des nötigen Zusammenhalts gegen verbrecherische äußere Feinde gelesen werden.

Doch auch ohne diesen Subtext versteht «Virginia City» mit der schwungvollen und actionreichen Inszenierung, dem geschickten Aufbau, aber auch den bestens aufgelegten Stars, von denen hier Flynn und Bogart, die sonst eher mit Piratenfilmen bzw. zeitgenössischen Gangstern verbunden werden, in ungewohnten Rollen zu sehen sind, immer noch vorzüglich zu unterhalten.

An Sprachversionen bietet die bei Schröder Media erschienene DVD die englische Original- und die deutsche Synchronfassung, aber keine Untertitel. Extras gibt es keine.

Trailer zu «Virginia City»

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