Meisterwerke von Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin im Dornbirner Flatz Museum

29.03.2018

Die Ausstellung «Die Kamera ist grausam» verbindet erstmals drei weibliche Superstars der Fotografie, deren Bilder den Blick auf die menschliche Gesellschaft nachhaltig veränderten und um «das Andere, das Außergewöhnliche und Verfemte, um Außenseiter und Randfiguren» erweiterten. Dabei werden sensationelle Hauptwerke der Fotopionierinnen und starken Frauen unterschiedlicher Generationen von einem privaten Sammler ergänzt um Werke Goldins und ihre «Ballad of sexual Dependancy».


Lisette Model, Diane Arbus, Nan Goldin: Diese drei großen Fotografinnen hielten das gesellschaftliche Leben Amerikas, in dem sich als Einwanderungsland bis heute die Welt spiegelt, in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts fest. Sie interessierten sich für die sozialen Dimensionen des Zusammenlebens, für die Randfiguren der Gesellschaft, für außergewöhnliche Persönlichkeiten und Exzentrisches. Sie warfen mit ihrem Kameraauge einen ganz persönlichen Blick auf den Menschen und seine disparaten Lebenswelten und hinterfragten damit immer wieder die Gültigkeit des Normativen und der Konventionen. Ihre Werke sind - stellvertretend für drei Generationen - einerseits Ausdruck ihrer Zeit und der unterschiedlichen Milieus, in denen sie sich bewegten, andererseits auch Hommagen an die Vielfalt des Seins und dessen unterschiedliche Erscheinungen.

Nicht zuletzt formulierten Model, Arbus und Goldin aber den Dialog zwischen Fotografin und Porträtierten auf eigene Weise jeweils neu und verbanden das Dokumentarische mit dem Subjektiven. Wo Model sich nach der Emigration in die Vereinigten Staaten 1938 durch das Fotografieren mit einer heterogenen Gesellschaft und ihren unterschiedlichen kulturellen Ausformungen auseinandersetzte, interessierte sich Arbus vor allem für das «Andere, Surreale und Bizarre» im Alltag, für Außenseiterfiguren und Ausgegrenzte, das vermeintlich Hässliche und Abseitige und brach mit deren Darstellung künstlerische und soziale Tabus.

Nan Goldin setzte anstelle des oft schonungslos distanzierten Blickes von Arbus Bilder voller Empathie und Verbundenheit mit Menschen und Szenen, denen Sie selbst zugehört. So gelangen ihr einfühlsame, oft intime Aufnahmen ihrer Freunde und auch von sich selbst. Die New Yorker Subkultur der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, die von der LGBT-Community, AIDS und Drogensucht geprägt war, hat sie mit der rund 800 Aufnahmen umfassenden «Ballad of Sexual Dependency» in einem eindringlichen Porträt festgehalten.

Nicht nur die Themen und die Zugangsweise zum Sozialen und Existentiellen verbinden diese drei außergewöhnlichen Fotografinnen, Model und Arbus begegneten sich nicht nur persönlich, sondern Models Arbeit war von großem Einfluss für Arbus. Arbus studierte bei Lisette Model in New York Ende der 1950er und begann kurz darauf als freie Fotografin einen eigenständigen Stil zu entwickeln. Das Werk von Nan Goldin lässt sich nicht ohne Arbus und deren Vorläuferin Model denken, auch wenn Goldin der Kühle von Arbus Bildern sehr distanziert gegenüberstand.

Obwohl Werke von Model, Arbus und Goldin in verschiedenen thematischen Ausstellungen aufeinandertrafen, verbindet diese Ausstellung erstmals bedeutende ausgewählte Werke in einer exklusiven Zusammenschau der drei «Grandes Dames» der amerikanischen Fotografiegeschichte.


Die Kamera ist grausam
7. April bis 30. Juni 2018
Eröffnung: Fr 6. April 18, 19:00 Uhr

Flatz Museum
Marktstraße 33
A-6850 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 306 4839
F: 0043 (0)5572 306 4008
E: info@flatzmuseum.at
W: http://www.flatzmuseum.at


Öffnungszeiten

Freitag 15 - 17 Uhr
Samstag 11 - 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr

 

  • Nan Goldin; Courtesy: Privatsammlung Jelitzka, Wien
  • Lisette Model; Courtesy: Privatsammlung Jelitzka, Wien
Flatz Museum
Marktstraße 33
A-6850 Dornbirn
T: 0043 (0)5572 306 4839
F: 0043 (0)5572 306 4008
E: info@flatzmuseum.at
W: http://www.flatzmuseum.at


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