Festival Neue Musik im Stadthaus Ulm

29.03.2018

Karlheinz Stockhausen schrieb 1968 ein Stück für 6 Stimmen und 6 Mikrofone: «Stimmung». Der zum Kult-Stück avancierte Klassiker des Obertongesangs ist für das Stadthaus-Festival 2018 namensgebend. «Stimmung», ein facettenreicher Begriff, spielt mit den vielfachen musikalischen Bedeutungen, spiegelt gleichsam aber auch gesellschaftliche und mediale Gegenwart. Das Festival im Stadthaus ist (wieder) eine Einladung an alle, die Faszination der zeitgenössischen Musik zu erfahren.


Dem Festival vorangestellt ist Jürgen Grözingers Klassik-Klub im Ulmer Café Animo mit einem Mix aus Gesprächen, Live-Acts und DJ-Sets (7. April). Im Mittelpunkt steht die Komponistin Stepha Schweiger. Ihre Musiktheater-Performance «The Mark on the Wall» nach der Erzählung von Virginia Woolf feierte im vergangenen Jahr in London Premiere. Die Protagonistin begibt sich hier, inspiriert von einem «Fleck an der Wand», auf eine fantastische Reise zwischen Imagination und Realität. Stepha Schweiger ist neben der zeitgenössischen auch in der Popmusik aktiv, so vereint ihr Musiktheater diese beiden Elemente raffiniert (8. April).

Die Aufführung seines 3., 9., und 10. Streichquartetts fordert Georg Friedrich Haas in absoluter Dunkelheit, was sie geradezu physisch erfahrbar macht: Eine Herausforderung für alle, Musiker wie Publikum, der wir uns im Festival stellen. Haas' 10. Streichquartett (2016) wird in einem Dunkelkonzert - eine Premiere im Stadthaus! - auf dem Programm stehen. Die Abwesenheit von Licht steht hier in Bezug zum Stadthaus Jubiläumsthema «Licht» (11. April).

Eine Zusammenarbeit mit dem Münsteraner Ensemble für Neue Musik «consord» ermöglicht uns einmal mehr ein räumliches Musikerlebnis im Stadthaus. Peter Eötvös «Brass - The Metal Space» für sieben Blechbläser und zwei Schlagzeuger wird über die verschiedenen Ebenen des Stadthauses verteilt erklingen. Maurice Ravels wunderbare «Trois Chansons de Stéphane Mallarmé» zeigen einmal mehr den festivaltypischen Bezug zu den Traditionslinien europäischer Musik. Es folgt die deutsche Erstaufführung des Werks «into - Second Self» der jungen isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir. Kompositionen von Brigitta Muntendorf und Thomas Adès lassen unterschiedliche Ansätze aktuellen Komponierens in der Interpretation der herausragenden Musiker unseres Ensembles in Residence, des European Music Projects unter der Leitung von Paraskevi Kontogianni, erfahren (13. April).

Stockhausens Werk «Stimmung» wird natürlich nicht fehlen. Seine optimale Entfaltung findet dieses Stück in einem Klangraum, wie ihn eine gotische Kathedrale bietet. Und so setzen wir unsere Kooperation mit dem Ulmer Münster fort und lassen es dort - umrahmt von Stücken des Renaissance-Komponisten Carlo Gesualdo - von dem international renommierten Vocal-Ensemble «Vox Nova Italia» mit u.a. den vom Ulmer Publikum schon gefeierten Stimmperformern Anna Clementi und Nicholas Isherwood aufführen (14. April).

Doch das finale Konzert des diesjährigen Festivals beginnt mit der Begegnung hochkarätiger internationaler Künstlerinnen und Künstler des European Music Projects mit lokalen Musikerinnen und Musikern im Stadthaus-Saal, wo das «vokalensemble ulmer münster», Ltg. von Friedemann J. Wieland, und Schülerinnen und Schülern der Ulmer Musikschule zu erleben sein werden. Fernöstliche, orientalisch/türkische Musik trifft auf meditative, zeitgenössische Chorstücke. Diese meditativen Stücke werden kontrastiert durch die Uraufführung der Knee-Plays, Zwischenspiele für Violine und Elektronik, die von der Komponistin Laurie Schwartz für diesen Abend komponiert werden (14. April).

Festival Neue Musik
7. bis 14. April 2018

Stadthaus Ulm
Münsterplatz 50
D-89073 Ulm
T: 0049 (0)731 161770-0
F: 0049 (0)731 161770-1
W: http://www.stadthaus.ulm.de


Öffnungszeiten

Mo bis Sa 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 20 Uhr
So und Fe 11 - 18 Uhr

 

Stadthaus Ulm
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